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Schwester kam aus Japan

Lavesum Antonia und Anton Baringhorst übersiedelten 1936 von Holtwick nach Lavesum.

26.08.2007

Als sie ihr Haus in der Strünkede bezogen, gab es bereits zwei Töchter. Später wurden acht daraus und noch acht Söhne. Zwölf der 16 Kinder leben heute noch. Mit Kindern, Enkeln und Urenkeln trafen sie sich am Samstag zum Sippentreffen in Merfeld. 80 der noch lebenden 116 Familienmitglieder der Baringhorsts kamen. Elf aus Lavesum, der Rest auch aus Luxemburg und den Niederlanden. Den weitesten Weg hatte Mia. Sie reiste aus Japan an. Die 73-Jährige ging 1962 für den Orden der Steyler Missionsschwestern nach Japan, um dort als Schwester Nikomedia später ein Heim für Babys und Kleinkinder zu leiten. Im letzten Jahr erhielt sie für ihr Lebenswerk als bislang einzige Deutsche der Region einen Orden: "The Order of the Sacred Treasure." Zur Audienz beim Kaiser Akihito fuhr Schwester Nikomedia nach Tokio. Ihren Geschwistern, Neffen und Nichten berichtete sie am Samstag ausführlich von dem Ereignis. Den Orden brachte sie gleich mit und steckte ihn für das Familienfoto an. Auch die Urkunde, die der Gouverneur - hier zu vergleichen mit dem Landespräsidenten - ihr verlieh.

Zehn Wochen Heimaturlaub verbringt Maria Franziska Baringhorst - Schwester Nikomedia - in Lavesum. Zwischendurch besucht sie ihr Mutterhaus in Steyl. Immer dann, wenn "Mia" in Deutschland weilte, gab es das große Familientreffen. Jetzt zum dritten Mal.

Kein Ruhestand

Die Regularien des Steyler Ordens sind heute gelockert. Schwester Nikomedia könnte ihren Lebensabend in Deutschland verbringen. An eine Rückkehr denkt die rüstige Nonne aber noch nicht: "Ich habe zwar die Leitung des Heimes im Frühjahr in die Hände Jüngerer gegeben, bin aber nach wie vor dort tätig." Sozialarbeit und Kinderfürsorge liegen ihr seit jeher am Herzen. "Es gibt dort so viel zu tun und ich bin eingearbeitet." Meint: Auch das Japanische ist ihr in Fleisch und Blut übergegangen. Bücher in der Landessprache liest sie zwar nicht, aber die tägliche Verwaltungspost und Zeitung. Beim Schriftverkehr helfen Computer oder Sekretärin. In Japan hat sie kaum Gelegenheit, ihre Muttersprache zu sprechen. Verlernt hat sie sie nicht. "Platt kürt sie auch noch", wirft Bruder Martin ein. ela

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