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Sohn nimmt nach mehr als 63 Jahren Abschied vom Vater

HALTERN Über 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs liegen immer noch zahllose Kriegsschicksale im Dunkeln. Ein Schicksal hat sich jetzt aufgeklärt.

von Von Heike Riemann

, 05.03.2008
Sohn nimmt nach mehr als 63 Jahren Abschied vom Vater

Erich Hoppe am Grab seines Vaters Fritz.

Das von Fritz Hoppe. Der Halterner Erich Hoppe blieb 63 Jahre lang im Ungewissen, was das Schicksal seines Vaters anbelangt. Erst jetzt erfuhr er, dass sein Vater 1942 in Griechenland fiel. Das Licht der Welt erblickte Erich Hoppe in der ostpreußischen Stadt Kirpehnen. Dort arbeitet der Vater als Stellmacher (Wagenbauer), bis er 1940 von der Wehrmacht eingezogen wurde: „Ab und zu erreichte uns eine Feldpost aus Griechenland“, erinnert sich Erich Hoppe. Doch dann musste die Familie aus Ostpreußen fliehen. Tatkräftig sorgte seine Mutter dafür, dass er und seine drei Geschwister aus der Bedrohung fliehen konnten: „Und es ist ihr sogar gelungen, das Familienstammbuch zu retten.“ Erste Station der Flüchtlinge war Gotha, danach ging es nach Gelsenkirchen.

Suche blieb erfolglos

Vom Vater allerdings hörte die Familie nichts mehr. „Meine Mutter hatte zwar nach Kriegsende eine Suche gestartet, doch niemand konnte etwas sagen“, erinnert sich Erich Hoppe. Die einzige Auskunft, die die Familie erhielt, lautete: „Es tut uns sehr leid, er wird vermisst.“ Und das blieb Fritz Hoppe bis zum vergangenen Jahr. Als ihn sein Neffe auf den Verbleib des Großvaters ansprach, entschloss sich Erich Hoppe, noch einmal eine Suche zu starten.

Bundesregierung half

Er schrieb den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge an, das Wehrmachtsamt in Berlin und wandte sich an die Bundesregierung. Mit Erfolg. Nach relativ kurzer Zeit erhielt er die Mitteilung, dass Fritz Hoppe am 23.10.1944 in Griechenland gefallen ist und erfuhr auch, wo sich das Grab befindet – auf einer Kriegsgräberstätte 27 Kilometer entfernt von Athen. Hier – auf dem Deutschen Soldatenfriedhof Dionysssos-Rapendoza – liegen 68 Soldaten aus dem 1. und 9905 Soldaten aus dem 2. Weltkrieg. Die Kriegsgräberstätte wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ausgebaut und am 28. September 1975 eingeweiht. Zum 106. Geburtstag seines Vaters am 22.2. stattete Erich Hoppe dem Grab in Griechenland gemeinsam mit seinem Sohn Ralf-Eric einen Besuch ab. Hier erhielt er die letzte Gewissheit, dass der mehr als 63 Jahre vermisste sich tatsächlich auf der Liste der Gefallenen befindet. Am Grab des Vaters konnte er nun endlich Abschied nehmen.  Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bietet im Internet einen Kriegsgräbersuchdienst an.

Hintergrund

Mehr als 15 000 Soldaten verloren während des Zweiten Weltkrieges ihr Leben auf griechischem Territorium. Ihre Grabstätten lagen weit verstreut in 437 Gemeinden und auf zahlreichen Inseln im Ägäischen Meer. Dank des Entgegenkommens der griechischen Regierung konnte die Bergung und Zusammenbettung der deutschen Toten durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bereits ab April 1959 erfolgen. Seit 1965 wird der Friedhof Dionyssos-Rapendoza bei Athen nach einem Abkommen zwischen Griechenland und der Bundesrepublik Deutschland als letzte Ruhestätte genutzt.

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