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St. Sixtus-Kirche ist noch relativ jung

Kirchenführung

HALTERN Erfreulich viele Interessierte aus Haltern und anderen Städten kamen zur ersten Führung dieses Jahres durch die St. Sixtus-Kirche, die in diesem Jahr 125 Jahre alt wird.

von Von Florian Wilms

, 14.04.2010
St. Sixtus-Kirche ist noch relativ jung

Die Besucher konnten sich Buchsbaumzweige am Taufbecken abschneiden.

Sie existiert seit dem Tag nach Kreuzerhöhung im Jahr 1885. Damals diente die Kirche nur als Notkirche. Zu damaliger Zeit gab es nur eine Kirche im gesamten Stadtgebiet, lediglich Hamm-Bossendorf und Flaesheim, die nicht zum Bistum Münster, sondern zum Erzbistum Köln gehörten, hatten eine Kirche.

Turm ist ältester Teil Im ältesten Teil der relativ neuen Kirche, dem Turm, begann Heinz Kallhoff mit der Führung und erzählte von der Geschichte der Kirche. Eine wichtige historische Statue steht gleich im Eingangsbereich - eine Statue von Papst Sixtus II. Als das Bistum Münster 804 gegründet wurde, gab es in Haltern schon eine Urpfarre des Bistums mit einer Kirche am gleichen Platz. Namensgeber der Kirche ist St. Sixtus II., Papst und Märtyrer im 3. Jahrhundert. Als einzige Kirche des Bistums Münster bewahrte St. Sixtus ihr Patrozinium. Am gleichen Ort gab es schon eine ältere romanische Kirche. Dieses Kirchengebäude wurde ersetzt durch die neugotische dreischiffige Hallenkirche aus rotem Klinkerstein, die im Jahre 1879 nach Plänen von August Hanemann, einem Architekten aus Münster, errichtet wurde. In den 1990er Jahren wurde die Kirche zuletzt umfangreich renoviert. Bis zu acht Geistliche standen im Dienst der Wallfahrtskirche, "heute ist man froh, wenn man einen einzigen hat", legte Kallhoff dar. In den Sommermonaten des 20. Jahrhunderts war das Gotteshaus immer voll. "Die Besucher zog das wundertätige Kreuz von Haltern in die Kirche. Auch der Schnitzaltar und die anderen Schätze zogen schon damals stark an", erzählte der Experte.  Lotterie Im Jahr 1870 wurde die Kirche zu klein, durch die neue Eisenbahn kamen Leute auch von weiter weg nach Haltern. "So war es unumgänglich, die Kirche 1874 zu vergrößern. Dieses Jahr war jedoch ein ziemlich ungünstiger Zeitpunkt für eine solche Aktion", verriet der Historiker. Der Kulturkampf, der letzendlich jedoch mit einem Kompromiss zwischen Papst und Regierung endete, fand statt. Der Neubau hatte seinen Preis. "Um dieses Projekt finanzieren zu können, wurde dreißig bis vierzig Jahre lang eine Lotterie veranstaltet. Mit deren Erlös und großzügigen Spenden von Bürgern sowie Geld vom Bistum konnte der Bau finanziert werden", erklärte Kallhoff. "So strahlt die St. Sixtus-Kirche nun seit 125 Jahren und soll es auch noch viele weitere Jahre tun", waren sich die begeisterten Besucher einig.