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Städte im Kreis Recklinghausen fordern Unabhängikeit

Jobcenter

HALTERN Der Kreis Recklinghausen und seine Städte wollen die Betreuung von Lanzeitarbeitslosen in eigener Regie übernehmen.

von Von Thomas Liedtke

, 05.04.2010

Dazu müsste der Kreis Recklinghausen als so genannter Optionskreis anerkannt werden. Die Grundlage dafür wurde Ende März in Berlin durch einen Partei übergreifenden Kompromiss zur Weiterführung von Hartz IV geschaffen. Demnach kann die Zahl der so genannten Optionskommunen (oder auch -kreise) von 69 auf 110 erhöht werden. Ob der Kreis Recklinghausen die Chance hat, in diesen Kreis aufgenommen zu werden, ist unklar. Zurzeit sind noch nicht einmal das Bewerbungsverfahren und die Auswahlkriterien klar definiert. Halterns Sozialdezernent Hans-Josef Böing ist aber "guter Dinge, dass wir dabei sind.“ Seinen Optimismus gründet er vor allem auf einen einstimmigen Beschluss des Kreistages. Dass alle politischen Kräfte an einem Strang zögen, sei selten, denn die SPD sei grundsätzlich eher einer Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) zugeneigt.

Der Halterner Sozialdezernent ist dagegen überzeugt, dass die klassische Aufgabe der Jobcenter - die Betreuung von Langzeitarbeitslosen - besser von den Kommunen erledigt werden kann. "Wir sind besser in der Betreuung dieser Menschen“, sagt er selbstbewusst. Der Grund dafür sei die bessere Vernetzung mit den lokalen Hilfsangeboten und Anbietern von Fördermaßnahmen. Stärke der Bundesagentur sei die Vermittlung von Kräften auf dem nationalen und internationalen Arbeitsmarkt. Im Aufgabenfeld von Hartz IV spiele das aber eher eine untergeordnete Rolle.

Nach Ansicht von Böing ist der Kreis Recklinghausen mit seinen großen Strukturproblemen besonders für die "Option“ geeignet. Der Kreis Recklinghausen habe viel mehr Arbeitslose als Arbeitsplätze. "Warum sollte man uns als Kommunen nicht die Chance geben, uns um die Langzeitarbeitslosen zu kümmern“, fragt der Dezernent fordernd. Für die Mitarbeiter und Kunden der lokalen Jobcenter würde sich in einem Optionskreis nicht viel ändern. Böing: "Der Kreis übernimmt alle Pflichten und Rechte der BA.“