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Streik streut Sand ins Getriebe

07.08.2007

Haltern Sollten die Lokführer der Bahn tatsächlich wie angedroht ab morgen streiken, rechnet Reinhard Heine, Betriebsleiter der Halterner Quarzwerke, mit erheblichen logistischen Problemen.

"Rund 45 Prozent unserer täglichen Tonnage liefern wir über das Schienennetz aus", erklärt Heine. Bis zu fünf Güterzüge verlassen Tag für Tag mit insgesamt rund 3000 Tonnen Quarzsand an Bord die werkseigene Bahnverladeanlage. Kommt der Schienenverkehr im Zuge des Arbeitskampfes zum Erliegen, besteht für die Quarzwerke kaum eine Chance, ihre Kunden fristgerecht zu beliefern.

1000 Tonnen Nachschub

"Besonders hart würde es in diesem Fall unsere Großabnehmer wie die Glaswerke oder Gießereien treffen", sagt Werksleiter Holger Gerling. Die Glashütten benötigen jeden Tag 1000 Tonnen Nachschub. Die Lagerkapazität in den Hütten reicht höchstens für zehn Arbeitstage. Kommt die Produktion zum Erliegen, entstehen schnell Kosten in Millionenhöhe. Gerling: "Wir prüfen jetzt, welche Firmen den dringendsten Bedarf haben, damit wir solche Notfälle bevorzugen können."

Die komplette Auslieferung über den Straßengüterverkehr abzuwickeln, daran ist bei den gewaltigen Mengen nicht zu denken. Außerdem sei es schon schwer genug, für kleinere Transporte kurzfristig einen Spediteur zu finden, sagt Reinhard Heine. Die Nachfrage nach Lastwagen ist groß. Legen die Lokführer ihre Arbeit nieder, wären die Speditionen im Handumdrehen völlig ausgebucht.

"Wir können jetzt nur abwarten und hoffen, dass es nicht zum Streik kommt", so Heine. Selbst bei einem Totalausfall der Züge würde sich der Sand nicht auf dem Betriebsgelände der Quarzwerke türmen. Gerling: "Unsere Produktion können wir ohne Probleme kurzfristig zurückfahren."

So unmittelbar wie die Quarzwerke ist kein anderes Unternehmen in Haltern auf den Schienenverkehr angewiesen. Selbst Großbetriebe wie Vorholt & Hermeler wickeln ihren vollständigen Lieferverkehr über die Straße ab. wal

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