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Tarifanpassung oder Preisexplosion?

17.10.2007

Haltern Stadtwerke-Kunden, die ihre Häuser mit Wärmepumpen beheizen, haben gewusst, dass eine Tarifanpassung auf sie zukommen würde. Als Günter Johnsdorf der erwartete Brief ins Haus flatterte, sei er allerdings "beim zweiten Hingucken innerlich zusammengezuckt".

Bei der Erhöhung des Grundpreises (u.a. für Stromzähler und Ablesegebühren) mit Wirkung zum 1. Januar 2008 von jährlich 61,36 Euro ohne Steuern auf 66 Euro (7,6 Prozent) könne man laut Johnsdorf "ja noch von einer Anpassung sprechen". Nicht aber bei der Steigerung des Arbeitspreises pro Kilowattstunde Strom vor Steuer von 7,24 auf 11,85 Cent (63,7 Prozent) zum Hochtarif und 5,4 auf 9,65 Cent (78,7 Prozent) zum nächtlichen Niedrigtarif - "das ist eine Preisexplosion, um es milde auszudrücken", ärgert sich Johnsdorf.

Strom verbraucht die Heizungsalternative zu Öl- und Gasanlagen, um einen Verdichter für Kältemittel anzutreiben, das durch Verdampfung der Umgebung nutzbare Wärme entzieht.

"Zu einer Tarifanpassung in diesem Umfang sind wir gezwungen", erklärt Klaus Hötting von den Stadtwerken und führt als Hauptargument die erheblich gestiegenen Strombeschaffungskosten an. Etwa 100 Halterner sind Wärmepumpen-Kunden. Hötting: "Rentiert hat sich dieses Geschäft für uns noch nie." Die letzte Tarifanpassung liege weit zurück. "Würden wir jetzt nicht nachziehen, würden wir draufzahlen." Wer das nicht akzeptieren könne, der müsse zu einem anderen Stromanbieter wechseln.

Preise sind Chefsache

Von der Steigerung der laufenden Kosten für seine Wärmepumpe hat auch Holger Pooten erst durch das Schreiben erfahren, obwohl er im Aufsichtsrat der Stadtwerke sitzt. Denn die Preiskalkulation ist allein Sache der Geschäftsführung. "Aus Kundensicht ist die Erhöhung natürlich ärgerlich", so Pooten. "Betriebswirtschaftlich betrachtet aber nicht." Er hat Verständnis, weil er für seine Wärmepumpe "seit Jahren denselben Tarif" zahle. Und unterm Strich seien ab Januar 2008 "monatlich um die 66 Euro fällig, zuvor waren es gut 20 Prozent weniger - damit kann ich leben, das ist immer noch deutlich weniger als für Öl oder Gas." wal

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