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Teure Schweinerei

HALTERN Die Preise für Energie und Futtermittel steigen. Im Gegenzug stagnieren oder sinken die Erlöse, die die Landwirte mit den Schweinen erzielen. Das ruft Unmut hervor, wie bei Georg Bromenne.

von Von Daniel Maiß

, 12.12.2007

"Ich kann die Schweine ja nicht einfach rausschmeißen." Glücklich ist Georg Bromenne über seine momentane Situation nicht. Kopfschmerzen bereiten dem Lippramsdorfer Schweinemäster die Futtermittel-Preise. Getreide kostet mittlerweile doppelt so viel wie noch vor einem Jahr "Um das aufzufangen, müsste ich 33 Cent mehr pro Kilo Schlachtgewicht bekommen." Das Gegenteil ist aber der Fall. Im Laufe eines Jahres fiel der Preis pro Kilo Schwein um satte 13 Cent.

Hamster-Käufe

"Das kann man auf Dauer nicht auffangen, keine Chance", weiß Bromenne. Dass er momentan nicht finanziell komplett am Stock geht, liegt an einigen Hamster-Käufen. "Noch habe ich Getreide auf Lager, das ich viel günstiger bekommen habe", erklärt der Lippramsdorfer. Dass das nicht ewig reicht, weiß der Landwirt aber auch.

Mindestens genauso schwer ist die Lage der Ferkel-Erzeuger. Einer von ihnen ist Hermann-Josef Buddenbrock. Auch sein Hof liegt in Lippramsdorf. Er ist sicher, dass er erst im Sommer des kommenden Jahres wieder kostendeckend arbeiten kann. Besonders verärgert ist er über die großen Lebensmittel-Discounter. "Es kann nicht sein, dass unsere Kosten steigen, der Kilopreis in den Läden aber gleich bleibt." Der 41-Jährige glaubt, dass gerade das Frühjahr für viele Betriebe ganz hart wird. Denn da fallen traditionell besonders viele Ausgaben an.

"Ich habe auf eigenes Getreide umgestellt und kann so ein wenig auffangen", erklärt der Lippramsdorfer. Entspannung beim Ferkel-Preis erhofft er sich durch die Tatsache, dass in der vergangenen Zeit viele Sauen geschlachtet wurden. "Ich denke, dass deshalb im Frühjahr Ferkel knapper werden, dann steigt der Preis auch wieder."

Heiner Wessel betreibt einen Hof in Sythen, hat zudem auch einem Bauernladen. Auch er fängt die erhöhten Kosten durch eigenes Futter ab. Dennoch tun ihm die momentanen Preise für Ferkel richtig weh: "Welcher Unternehmer zahlt denn schon gern drauf?"

Vermögen investiert

Auch Wessel erwartet, dass die Preise wieder steigen. "Ob im Frühjahr oder erst im Sommer, das kann keiner genau sagen."

"Ich habe hier ein Vermögen investiert, da heißt es durchhalten. Irgendwann geht es aufwärts", hofft auch Bromenne auf bessere Zeiten. Und so müssen sich auch seine Schweine kein neues Zuhause suchen.

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