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„Uns hat das die Ehrenamtlichen abgeschnitten“

Manchen Halterner Vereinen fehlen Ehrenamtliche

In vielen Städten werden Ehrenamtliche gesucht. Freiwillige Feuerwehren etwa werben seit Jahren um Neuzugänge. Wie ist die Situation in Haltern? Wir haben bei einigen gemeinnützigen Einrichtungen nachgefragt.

Haltern

, 29.03.2018
„Uns hat das die Ehrenamtlichen abgeschnitten“

In Sachen Ehrenamt – auch bei der Freiwilligen Feuerwehr – ist Haltern gut aufgestellt. An einigen Stellen fehlen jedoch Kräfte. © picture alliance / Patrick Pleul

Von einem generellen Mangel kann man in Haltern nicht sprechen“, sagt Klaudia Schild von der Stadt Haltern auf die Frage, ob in Haltern Ehrenamtliche fehlen. „Haltern ist ländlich, da zählt das Ehrenamt schon.“ Vor allem in der Flüchtlingsarbeit gebe es viele Menschen, die Flüchtlinge begleiten oder an Deutschkursen mitgewirkt hätten.

Dass das Ehrenamt in Haltern scheinbar groß geschrieben wird, das bestätigen auch die Nachfragen bei den ehrenamtlichen Einrichtungen und Vereinen. „Es können nie genug sein“, sagen da etwa Michael Schoffer von der Freiwilligen Feuerwehr in Haltern und Eva-Maria Mersmann von den Maltesern.

THW holt Nachwuchs aus der Jugendgruppe

Akute Engpässe, sagt Schoffer, die gebe es im Moment bei der Freiwilligen Feuerwehr in Haltern nicht. „Wir sind aber immer auf der Suche nach Einsatzkräften.“

Ähnlich halten es auch die Malteser. „Wir haben Ehrenamtliche“, sagt Eva-Maria Mersmann. Aber in den Bereichen Erste-Hilfe-Dozenten, Katastrophenschutz bei Bombenfunden oder in der Feldküche gebe es noch Bedarf.

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Dass die Vereine im Ehrenamt so gut aufgestellt sind, das kann sich der Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks (THW), Klaus Holling zumindest für den eigenen Verein, gut erklären: „Wir bekommen sehr viel Nachwuchs aus unseren Jugendgruppen.“ Viele der Ehrenamtlichen seien so schon seit Jahren für das THW im Einsatz. Schon mit zwölf Jahren können Jugendliche beim THW aktiv werden. Auch hier sei die Situation gut. Nur ein Koch und einen Öffentlichkeitsbeauftragten, die könnte das THW noch gebrauchen, sagt Holling.

Probleme gibt es aktuell beim DRK und der Tafel

Trotz aller Euphorie gibt es Engpässe in Haltern. Etwa beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). „Es ist unheimlich schwierig, neue Mitglieder zu bekommen, während immer mehr ältere Kollegen ausscheiden“, sagt der 1. Vorsitzende des DRK Haltern, Ascan Schulz.

Besonders bei den Blutspende-Terminen und im Sanitätsbereich fehle es an Ehrenamtlichen. „Bei der Blutspende kann man ohne Vorkenntnisse helfen“, sagt Schulz. Im Sanitätsbereich seien dann einige Ausbildungen gefragt, die Zeit beanspruchen. Das schrecke ab. Auch die weggefallenen Zivil- und Wehrdienste hätten ihre Spuren hinterlassen, sagt Schulz: „Uns hat das eine riesige Nachschubswelle an Ehrenamtlichen abgeschnitten.“

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Ähnlich sieht es bei der Halterner Tafel aus: „Uns fehlen derzeit drei bis vier Fahrer“, sagt Helga Crabus von der Tafel. Seit einige Kollegen im Winter aus Altersgründen ausgeschieden seien und ein anderer aus Krankheitsgründen fehle, werde es oft eng. Auch wenn es nie einen großen Mangel gegeben habe. Crabus: „Unsere jetzigen Fahrer müssen Extra-Touren fahren. Dadurch verlängern sich für die Helferinnen, die die Lebensmittel aussortieren, die Arbeitszeiten.“

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