Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Vom "Fahrbier" lieber die Finger lassen

01.08.2007

Haltern Auf der Party vor der Heimreise schnell noch ein "Fahrbier" zu zischen - diese fixe Idee sollten junge Führerscheinbesitzer jetzt lieber vergessen. Denn seit gestern gilt für Fahranfänger ein striktes Alkoholverbot.

Jungen Leuten, die noch in der Probezeit oder unter 21 Jahre alt sind, ist nach der neuen Gesetzeslage selbst der Konsum geringer Mengen Alkohol untersagt. Wer sich nach einem Gläschen Wein zum Essen oder einem Feierabendbier bei Freunden hinters Steuer setzt und von der Polizei erwischt oder sogar in einen Unfall verwickelt wird, muss mit mindestens 125 Euro Bußgeld und zwei Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei rechnen. Außerdem wird die regulär zweijährige Probezeit verlängert.

Verstärkte Kontrollen

Im ersten Halbjahr 2007 haben sich auf Halterns Straßen zwar nur sechs Verkehrsunfälle ereignet, bei denen Alkohol im Spiel war. In jeden zweiten Crash sei aber ein betrunkener Fahranfänger verwickelt gewesen, so die erschreckende Bilanz der Polizei Recklinghausen. "Wir begrüßen das absolute Alkoholverbot für Fahranfänger deshalb sehr und werden diese Personengruppe verstärkt kontrollieren", warnt Polizeisprecher Norbert Hausen.

Für junge Führerscheininhaber, die sich angetrunken aufs Fahrrad schwingen, gilt die neue Regelung nicht. Sie werden mit erfahrenen Kraftfahrern gleich behandelt. Hausen: "Ab 1,6 Promille erfüllen Fahrradfahrer einen Straftatbestand." Der Pkw-Führerschein kann in diesem Fall eingezogen werden. Das betrifft auch alkoholisierte Radler, die einen Unfall verursachen. "Die Null-Promille-Regelung halte ich für absolut sinnvoll", meint Dana Schulte. Die 17-Jährige aus Haltern macht gerade ihren Führerschein. Durch das strikte Alkoholverbot fühlt sie sich gegenüber länger gedienten Autofahrern nicht benachteiligt, die - so lange sie keinen Unfall bauen oder Schlangenlinien fahren - bis zu einem Alkoholpegel von 0,45 Promille keine Sanktionen befürchten müssen. "Mir würde sowieso im Traum nicht einfallen, zu trinken und mich dann ans Lenkrad zu setzen", sagt Schulte.

Henning Weidner (Foto), der seine Fahrerlaubnis seit knapp zwei Jahren in der Tasche hat, findet die Regelung "angemessen". Vor Jahren musste er miterleben, wie ein Freund als Beifahrer eines betrunkenen Jugendlichen bei einem Unfall ums Leben kam - und dieser Schock sitze noch immer tief. wal

Lesen Sie jetzt