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Vor der Fusion: Pfarrer Bruno Pottebaum blickt zurück

Interview

HALTERN Pfarrer Bruno Pottebaums Zeit als aktiver Pfarrer läuft mit der Fusion 2011 aus, als ersten Schritt legte er nun sein Dechanten-Amt nieder. Elisabeth Schrief sprach mit ihm über die 18-jährige Amtszeit.

von Von Elisabeth Schrief

, 20.04.2010
Vor der Fusion: Pfarrer Bruno Pottebaum blickt zurück

Seit 20 Jahren wirkt Bruno Pottebaum als Pfarrer in der Gemeinde St. Sixtus.

Die Amtszeit beträgt sechs Jahre, eine einmalige Wiederwahl ist zulässig. Nach zwölf Jahren bin ich mit Genehmigung des Bischofs dann noch ein drittes Mal von den Gremien nominiert worden. Jetzt, nach 18 Jahren, läuft die Amtszeit definitiv aus. Ich wollte auch nicht mehr antreten. Es ist besser, Martin Ahls als der zukünftige Pfarrer der großen Gemeinde St. Sixtus, ist nun federführend im Dekanat tätig und leitet die Fusion in die Wege. Das sehen alle so, er erhielt ein einstimmiges Votum.

Ja, denn nach September 2011 existiert das Dekanat Haltern nicht mehr, weil dann laut Beschluss aller Gremien neun Gemeinden, die jetzt das Dekanat bilden, zu einer großen Pfarrei verschmelzen.

Ich bin insgesamt dankbar für bereichernde und konstruktive Jahre. Als ich das Amt 1992 übernahm, war ich der jüngste amtierende Pfarrer im Dekanat, inzwischen bin ich der älteste und jede Pfarrei ist mit neuen Pfarrern und Pastoralreferenten besetzt. So hat sich das Bild personell verändert. Ende der 90er Jahre setzte der Strukturwandel ein. In Hamm-Bossendorf, Flaesheim und Hullern gab es nur noch einen Pfarrer für drei Gemeinden und damit die erste Pfarreiengemeinschaft. Heute sind es drei. Diesen Wechsel zu begleiten, war meine Aufgabe. Sie war nicht immer leicht. Die Gemeinden hatten nach Jahrhunderten plötzlich keinen eigenen Pfarrer mehr, mancher Ärger darüber erschien mir verständlich. Die Gemeindemitglieder hätten besser auf die Zusammenführung vorbereitet werden müssen.

Ich bin froh, dass es wenig Spannungen gab. Wir Seelsorger haben uns gut verstanden. Das ist wichtig, weil diese Harmonie auf die Gemeinden ausstrahlt. Unsere regelmäßigen Treffen haben diese Gemeinschaft gefördert.

Das Bemühen um ein gutes Miteinander auch außerhalb der kirchlichen Gremien. Beispiele sind die sozialen Einrichtungen oder die Stadt Haltern. Wichtig waren ebenso die ökumenischen Treffen mit dem Pastorinnen und Pastoren der evangelischen Gemeinde. Wir haben gute Kontakte, das freut mich.

Der allgemeine Trend ist natürlich nicht an Haltern vorbei gegangen. Das heißt, die Zahl der Kirchenbesucher ist zurückgegangen, aber nicht katastrophal. In der pastoralen Mitarbeit kann ich hingegen keine Einbrüche erkennen. Allerdings stellen sich Gemeindemitglieder in der Regel nur noch für einen kurzfristigen, überschaubaren Zeitraum und nicht mehr über Jahre hinweg für ehrenamtliches Engagement zur Verfügung.

Ich möchte keine Prognose stellen, weil ich es nicht weiß. Aber in einer zukünftigen großen Halterner Gemeinde müssen Aufgaben gebündelt und in Gemeinden Schwerpunkte gesetzt werden. Damit das große Gebilde eine Chance hat, müssen engagierte Verantwortliche für die organisatorischen Aufgaben gefunden werden. Wichtig ist, dass vor allem in den kleinen Gemeinden seelsorgliche und karitative Aufgaben bleiben und Sorge für den Erhalt der Infrastruktur – ich denke an Pfarrkirche, Kindergarten und Friedhof – getragen wird. Die Fusion ist durchführbar, es kommt aber darauf an, wie das Gemeindeleben gestaltet wird. Vor 18 Jahren hätte ich mir Gemeindeleben in dieser Größenordnung nicht vorstellen können.