Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Wasserbad und Bier tilgen Sünden

Haltern Zimperlich waren sie nicht: Die vier Packer fassten kräftig zu, so kräftig, dass dem ein oder anderen Täufling noch Sekunden später die Luft wegblieb.

26.08.2007

Nach jahrhundertealter Druckertradition erhielten am Samstagmorgen 20 Drucker und Mediengestalter ihre Wassertaufe beim traditionellen Gautschfest.

Dutzende Schaulustige hatten sich auf dem Marktplatz eingefunden, um dem bunten und vor allem feucht-fröhlichen Spektakel beizuwohnen, welches bereits in seiner 15. Auflage in Haltern stattfand.

Auf das Kommando des Gautschmeisters Hans-Dieter Hagenhoff "Packt an, Gesellen, lasst seinen Corpus postelorum fallen, bis triefen beide Ballen" tränkten die Packer die Kornuten allesamt fünfmal in das eiskalte Wannenwasser. Die Kornuten rangen nach Atem. Über die erlittenen Qualen dürfte sie jedoch der Humpen Bier hinweggetröstet haben, der den Getauften gereicht wurde und den es mit einem Sturztrunk zu leeren galt.

Obwohl Bleibuchstaben und Setzkasten längst der Vergangenheit angehören, hat die Tradition des Gautschens überlebt - wenn auch in gemäßigter Form, denn was früher Folter war, hat heute hohen Unterhaltungswert. Die Prozedur besiegelt den erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung im Bereich der Digital- und Printmedien und die Aufnahme in die Druckerzunft. Die Wassertaufe soll die Sünden der Lehrzeit tilgen. Ebendiese "Sünden" verlas Gautschmeister Hagenhoff vor dem reinigenden Wasserbad (mit einem Augenzwinkern) vor den Zuschauern.

In diesem Jahr drückte sich kein einziger Azubi vor der Wassertaufe, sämtliche Gehilfen des graphischen Gewerbes aus dem Kreis Recklinghausen und dem Vest unterzogen sich auf dem Markt der Prozedur. Darunter auch die Halternerin Nina Klapsing, die ihre Ausbildung bei Buttgereit und Heidenreich abgeschlossen hat. Auch zwei Ehrenkornuten fanden sich in der Wanne wieder: der IHK-Vorsitzende der Stadt Gelsenkirchen, Peter Schnepper, sowie die stellvertretende Landrätin des Kreises Recklinghausen, Elke-Marita Stuckel-Lotz. Musikalisch umrahmt wurde das Gautschspektakel vom Blasorchester Hullern. Marina Oeldemann

Lesen Sie jetzt