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„Die Tradition liegt mir im Blut“

Holzköhler am Meiler in Flaesheim vereidigt

Das Holz ist gestapelt, bald brennt das Feuer im Holzkohlenmeiler im Wald in Flaesheim. Dann ist Köhler Hubertus Birkelbachs wachsames Auge gefragt.

Flaesheim

, 28.04.2018
„Die Tradition liegt mir im Blut“

Hubertus Birkelbach ist der Köhler in der Haard. Das lässt er sich auch gern 20 Tage Urlaub kosten. spiller © Eva-Maria Spiller

Ich gelobe, dass ich dafür Sorge tragen werde, dass kein mutwilliger Brandschaden entsteht“, sagt Köhler Hubertus Birkelbach, während ihm Kersten Blachczok vom Regionalverband Ruhr (RVR) am Freitag den Eid abnimmt. Hinter den beiden türmt sich am Waldrand der Haard in fein säuberlichen Reihen das Holz. Schon in wenigen Tagen, am 1. Mai (Dienstag), wird Birkelbach hier den Holzkohlenmeiler entzünden.

60 Kubikmeter Holz türmen sich am Waldrand

Seit Mittwoch wird das Holz am Meiler im Wald aufgeschichtet. Rund 60 Kubikmeter Holz werden am Ende in Holzkohle verwandelt. Ab dem 29. Mai (Dienstag) wird die Holzkohle zum Verkauf auf dem Hof Punsmann (Im Höltken 9, Dorsten-Lembeck) angeboten. Schon sein Urgroßvater, sagt Hubertus Birkelbach, hat als Köhler gearbeitet. „Ich habe schon als Kind mitgeholfen und dann den ein oder anderen Meiler übernommen“, sagt Birkelbach. „Die Tradition liegt einem im Blut. Ich bin damit großgeworden.“ Sein Vater Günter Birkelbach hat 1990 den ersten Holzkohlenmeiler im Wald entfacht.

Brennt das Feuer, muss Hubertus Birkelbach die Verkohlung des Holzes rund um die Uhr im Auge haben. Dafür schläft er extra im Bauwagen in der Nähe des Meilers. Denn wenn Tiere oder zu neugierige Besucher Löcher in der Erdschicht auf dem Meiler verursachen und zu viel Sauerstoff an das Holz kommt, kann es verbrennen.

Dass Rauch rüber ins Dorf zieht, ist immer möglich

Im letzten Jahr ist der Rauch des Meilers immer wieder mal nach Flaesheim rübergezogen. Ganz vermeiden lässt sich das Problem nicht, sagt Blaschczok vom RVR. „Das hängt immer vom Wetter und von der Windrichtung ab.“ Deshalb besteht der Meiler heute auch nicht mehr aus 120, sondern nur noch aus 60 Kubikmetern Holz. „Ganz ohne Geruch geht es nicht.“

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