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Verurteilter war vor Gericht als Zeuge geladen

Bettenlager-Räuber belastet mutmaßliche Komplizin

Im zweiten Prozess um sechs Raubüberfälle in Dorsten, Haltern und Marl ist die mutmaßliche Fluchthelferin schwer belastet worden. Der eigentliche Täter hat seine Anschuldigungen am Mittwoch wiederholt.

HALTERN/ESSEN

, 16.05.2018
Verurteilter war vor Gericht als Zeuge geladen

Das Dänische Bettenlager an der Münsterstraße. © Benjamin Glöckner

Die Richter am Essener Landgericht hatten den 49-Jährigen als Zeugen geladen. Obwohl er erst im vergangenen Jahr zu sechs Jahren Haft verurteilt worden ist, kam der Handwerker aus Marl als freier Mann ins Gericht. Nach seinen Angaben befindet er sich bereits im offenen Vollzug und durfte deshalb alleine anreisen. Was er bei seiner Zeugenvernehmung erzählte, wird der Angeklagten – einer Ex-Freundin – allerdings nicht gefallen haben.

Der 49-Jährige hatte die Mutter aus Marl bereits in seinem eigenen Prozess als Mittäterin benannt. Genau das hat er nun im Zeugenstand wiederholt. Die Angeklagte soll bei allen Überfällen dabei gewesen sein. „Ich habe sie aber garantiert nicht gezwungen“, sagte er den Richtern. Und: „Wäre sie nicht dabei gewesen, hätte ich sie niemals angeschwärzt.“

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Bei dem ersten Überfall auf die Fressnapf-Filiale in Dorsten im April 2016 war die Angeklagte nach seiner Schilderung vorher im Geschäft, um alles auszukundschaften. Außerdem habe sie das Fluchtauto gefahren.

Genau wie bei dem Überfall auf eine Filiale des Dänischen Bettenlagers in Haltern. Auch dort soll die fünffache Mutter vorher im Geschäft gewesen sein. „Sie hat etwas gekauft und sich umgeguckt“, sagte der Zeuge den Richtern. Bei zwei Überfällen in Marl sei es ähnlich abgelaufen. Dabei habe die Angeklagte aber eine Perücke getragen, um nicht erkannt zu werden.

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Dass der Täter eine Komplizin hatte, stand eigentlich schon immer fest. Wer die Frau war, war jedoch lange unbekannt. Dass die Angeklagte tatsächlich dabei war, wird von ihr allerdings nach wie vor vehement bestritten. Andere Beweise als die Aussage des Täters gibt es eigentlich nicht – nur Indizien.

Warum der verurteilte Raubtäter erst während seines eigenen Prozesses mit einem Namen herausgerückt ist, hat er im Zeugenstand so erklärt: „Ich hatte Angst vor einer höheren Strafe.“ Außerdem habe ihn seine angeklagte Ex-Freundin trotz einer klaren Absprache nie im Gefängnis besucht. Der Prozess wird fortgesetzt.