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Wechsel in den Kreis Coesfeld würde sich auszahlen

HALTERN Durch einen Wechsel in den Kreis Coesfeld könnte die Stadt Haltern viel Geld sparen. Wie viel, das bleibt auch nach Studium des 13-seitigen Positionspapiers aus der Halterner Kämmerei offen.

von Von Thomas Liedtke

, 11.12.2007

"Eine auch nur annähernd genaue Darstellung der finanziellen Auswirkungen eines möglichen Kreiswechsels ist in diesem Rahmen nicht möglich", schreibt Kämmerer Paul Niehues in einer Vorlage für den Rat. Dennoch wagt er das Spiel mit den Zahlen. Lässt man alles außer Acht, was unwägbar oder nur unter großem Zeitaufwand ermittelbar ist, dann hätte Haltern 2007 drei Millionen Euro weniger an den Kreis Coesfeld zahlen müssen als an den Kreis Recklinghausen. Die Differenz beträgt sogar 4,4 Millionen Euro, wenn man bedenkt, dass der Kreis Recklinghausen in diesem Jahr ein Defizit von 25 Millionen Euro eingefahren hat.

Den Unterschied machen vor allem die Soziallasten aus. Im Kreis Recklinghausen werden knapp 36 000 Bedarfsgemeinschaften unterstützt. Im nördlichen Nachbarkreis sind es unter 5000. Weil Haltern fest in die Arbeitsgemeinschaft des Kreises eingebunden ist, kann die Stadt nicht von ihrer relativ niedrigen Arbeitslosenquote profitieren und zahlt rund 2,2 Millionen Euro mehr als es bei einer Zugehörigkeit zum Kreis Coesfeld der Fall wäre.

Nahverkehr

Auf den öffentlichen Nahverkehr hätte ein Kreiswechsel erhebliche Auswirkungen. Coesfeld gehört nicht zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Sollte in Haltern der Wunsch bestehen, die Anbindung an den VRR unverändert bestehen zu lassen, müsste die Stadt die Kosten voraussichtlich zu 100 Prozent selbst tragen. Wegen der zusätzlichen Beteiligung an den Nahverkehrskosten des Kreises Recklinghausen sei mit Mehrbelastungen zu rechnen, heißt es in der Untersuchung.

Verschlechterungen könnte es auch beim Brandschutz und beim Rettungsdienst geben. Bei Großeinsätzen kann Haltern zurzeit mit professioneller Unterstützung aus den benachbarten Städten des Kreises Recklinghausen rechnen. Im Kreis Coesfeld sind die Feuerwehren dagegen fast ausschließlich mit ehrenamtlichem Personal besetzt.

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