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"Wir Halterner dürfen uns gratulieren"

13.08.2007

Haltern Eine ehrenwerte Gesellschaft feierte am 12. August 1907 mittags um 12 Uhr in Frack und mit Zylinder die Einweihung des Römermuseums an der Westpromenade. 80 Herren, vornehm und trinkfest, nahmen anschließend im Hotel Hennewig das Festessen ein. Mit zündenden Worten brachten sie großzügig Hochs auf den Kaiser und alle an dem Erfolg Beteiligten aus.

Da nahm sich die Feier 100 Jahre später im Alten Rathaus schon bescheidener aus. Bürgermeister Bodo Klimpel stieß Sonntagabend mit Mineralwasser auf das Jubiläum an und sommerlich luftig gekleidete, natürlich auch ehrenwerte Gäste folgten ihm durch die Geschichte. In einem münsterländischen Landstädtchen mit knapp 15 000 Einwohnern sei die Einrichtung eines Römermuseums 1907 sicherlich kein leichtes Unterfangen gewesen.

"Aber weil die Bürger den Bau und die Existenz eines Römermuseums zur Herzensangelegenheit machten, konnte es in einer erstaunlich kurzen Zeit von nur acht Jahren realisiert werden. Wir Halterner dürfen uns also heute gewissermaßen selbst gratulieren." Die Heimatzeitung sah, so fand Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp heraus, schon vier Wochen nach sensationellen Funden aus der Römerzeit die Geburtsstunde für ein Museum gekommen. "Frisch ans Werk", zitierte Dr. Aßkamp aus einem alten Artikel von 1899.

Archäologischer Park

Der Dank von Bürgermeister und Museumsleiter galt vor allem dem Heimatverein, der nach der Zerstörung des im Stil einer römischen Villa entworfenen Museums durch Bomben und Übergangslösungen letztlich eine moralische Starthilfe für ein anspruchsvolles Projekt, den Bau des Westfälischen Römermuseums an der Weseler Straße, gab. Heute eine namhafte Adresse im europäischen Kulturkalender. Eine Erfolgsgeschichte, die noch nicht zu Ende gehen soll. "Meine Jubiläumsfreude wäre noch größer, wenn die Anlage eines archäologischen Parks reifen würde", gab sich Bodo Klimpel progressiv. esc

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