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"Wo ist meine sprachliche Heimat?"

19.10.2007

Haltern Schriftsteller Ota Filip ist ein Mensch, der immer aktiv sein will, der arbeiten will und arbeiten kann. "Mein Gott, was soll ich im Ruhestand? Das ist mir zu langweilig." Der Adelbert-Chamisso-Preisträger Ota Filip geht lieber auf Lesereisen, nach Haltern zum Beispiel. Gestern besuchte er das Joseph-König-Gymnasium. Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Kursen der Jahrgangsstufe 11 und 12 hörten Filip interessiert zu. Der 77-Jährige erzählte zunächst aus seiner Biografie, dann las er den Schülern einen Text namens "Wo ist meine sprachliche Heimat?" vor. Darin thematisiert er die Angst davor, "dass, wenn ich zu wenig Tschechisch spreche, die Sprache verlerne und die deutsche Sprache verlerne, wenn ich zu wenig in dieser Sprache spreche und schreibe."

Der gebürtige Tscheche Ota Filip lebt mittlerweile seit fast 30 Jahren in Deutschland. In dieser Zeit ist seine Muttersprache zu seiner zweiten Fremdsprache geworden. Ausgedrückt hat er das in seinem Essay "Oh du mein geliebtes fremdsprachiges Land". Der Text ist eigentlich 1 1/2 Stunden lang, doch für die Lesung in der Schule kürzte er ihn auf 20 Minuten.

Auch aus seinem bekannten Buch "Café Slavia" zitierte er. Dieses Buch beruht auf wahren Tatsachen, denn Filip verbrachte als kleiner Junge viele Nachmittag dort, wenn seine Mutter im gegenüberliegenden Theater probte.

Filip hat mittlerweile 14 Romane veröffentlicht. Er begann, mit 18 Jahren Gedichte zu schreiben, "doch das konnte sich nicht zu meiner Leidenschaft entwickeln." Das Schreiben, sagt er, ist bei ihm immer eine Beichte. "Es ist sozusagen meine Aussage über die Welt, in der ich lebe." Die Resonanz der Schüler war sehr positiv. Sie fanden die Lesung sehr interessant und auch die biographischen Details faszinierten und beeindruckten sie. lony

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