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Zukunft auch ohne Kohle

Haltern Die Tage des Steinkohleabbaus in Deutschland sind gezählt. Trotzdem haben sich drei junge Halterner für eine Lehre im Bergwerk Auguste Victoria entschieden - "weil die Ausbildung dort klasse ist", sage sie.

30.08.2007

Eine langfristige berufliche Perspektive kann die Deutsche Steinkohle (DSK) den neuen Azubis Michael Kuhlmann, Benedikt Ernesti und Tim Wübbelsmann nicht bieten. Bestenfalls sitzt ein Anschlussvertrag für zehn Monate drin. "Aber das ist uns egal", sind sich die drei 16-Jährigen einig.

Die Jugendlichen wissen, dass die Ausbildung in den Werkstätten und Schachtanlagen der Auguste Victoria bei Handwerksbetrieben in der Region einen hervorragenden Ruf genießt. "Die Chancen, später in einer anderen Firma einen Job zu finden, stehen sehr gut", hat Michael Kuhlmann schon von Kollegen gehört. Ausbildungsleiter Dietmar Kraus bestätigt: "Bisher haben wir alle unsere Gesellen gut untergebracht."

Hoch motiviert ist das Halterner Trio Anfang August mit 47 weiteren Azubis in die dreieinhalbjährige Lehre eingestiegen. Die Jungs kennen sich schon lange, haben in der Hauptschule gemeinsam die Schulbank gedrückt. Tim Wübbelsmann und Michael Kuhlmann streben den Abschluss als Elektroniker für Betriebstechnik an, Benedikt Ernesti den als Industriemechaniker - für die Jugendlichen Traumberufe.

Eisenbahn verkabelt

Ernesti hat in der kleinen Werkstatt seines Elternhauses "immer schon gern mit Metall gearbeitet". Seine Kollegen sind bei Schulpraktika in Elektrobetrieben auf den Geschmack gekommen. "Als ich dann meine Modelleisenbahn auf dem heimischen Dachboden verkabelt habe, konnte ich mir nichts anderes mehr vorstellen", erklärt Wübbelsmann.

Nach einer theoretischen Einführung in der Berufsschule, wo sie Tipps für effektives Lernen bekommen haben, quartierten sich die Azubis für eine Woche im Jugenddorf der IG Bergbau, Chemie und Energie an der Ostseeküste in Grömitz ein. "Wir sind dort zum Beispiel segeln gewesen", erzählt Ernesti. Teambildung war das oberste Ziel der Reise.

Zurück in Marl ging es dann gleich ans Eingemachte. Kuhlmann: "Die Ausbilder schauen uns jetzt erstmal auf die Finger, um auszuloten, wie geschickt wir uns anstellen."

Mit Feile und Säge

In der Lehrwerkstatt übt Ernesti mit Feile und Säge die millimetergenaue Bearbeitung von Flachstahl. Seine beiden Halterner Kollegen müssen in der Elektroniker-Werkstatt nebenan ebenfalls fleißig Hand anlegen und Strippen für die Verdrahtung vorbereiten.

"Ich freue mich auf die Übungen, wenn wir das Innenleben von Computern unter die Lupe nehmen", so Wübbelsmann. Kumpel Ernesti kann es kaum erwarten, unter Tage zum Einsatz zu kommen. Am Ende des zweiten Lehrjahres ist es so weit - "darauf bin ich mächtig gespannt."

Christoph Walter

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