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Handball: "Das Team kann mehr"

CASTROP-RAUXEL Die Handballerinnen des Castroper TV haben die Hinrunde in der Landesliga als Neunter auf einem Nichtabstiegplatz beendet. Mit dem Trainer des Aufsteigers, Ulrich Copar, sprach Jörg Laumann über seine Ziele mit den CTV-Handballerinnen. Ein Interview:

von Von Jörg Laumann

, 18.12.2007

Herr Copar, Sind Sie mit der Hinrunde in der Landesliga zufrieden? Copar: Eigentlich nicht. Wenn man das Leistungsvermögen des Teams realistisch betrachtet, kann es mehr erreichen als den neunten Platz. Allerdings müssen wir uns auch erst auf die neue Aufgabe einstellen. Der Übergang von der Bezirks- in die Landesliga ist schon ein großer Sprung.

Wo liegen die Herausforderungen im Besonderen? Copar: In einigen Partien sind wir einfach überrascht worden, weil es auch schwierig ist, die Gegner vorher zu beobachten. Die meisten Spiele in der Landesliga finden parallel statt. Ich stelle aber auch fest, dass sich meine Mannschaft in grundlegenden Dingen noch verbessern muss. Standards, Parallelstoß oder Sperre-Absetzen sind bei uns regelmäßige Trainingsinhalte. In der Landesliga wird oftmals sehr schnell gespielt, eine eigene vergebene Torchance führt zumeist zum sofortigen Tempogegenstoß. Damit muss man zurechtkommen.

"Integration stört Homogenität"

Wie wichtig war der 19:16-Erfolg im letzten Hinrundenspiel beim HC Bochum? Copar: Er war vor allem wichtig, weil die Mannschaft gezeigt hat, dass sie den zuvor beschriebenen Anforderungen durchaus gerecht werden kann. Wir haben gegen Bochum sehr flexibel agiert und deren torgefährlichste Spielerin zugestellt. In der Rückrunde wird sich zeigen, ob wir auch gegen spielstarke Teams wie den VfL Brambauer oder ASV Hamm 2 auf diese Weise bestehen können.

Sind Neuzugänge zur Rückrunde angedacht? Copar: Eher nicht. Die Integration von neuen Spielerinnen stört immer auch die Homogenität einer Mannschaft. Ich hätte prinzipiell natürlich nichts dagegen, wenn sich uns jemand neu anschließen wollen würde. Wir werden selbst aber keine offensive Suche nach neuen Spielerinnen betreiben. Mit einem 14er-Kader sehe ich uns ohnehin gut aufgestellt, zumal unsere zweite Mannschaft selbst so gut dasteht, dass wir dorthin keine Spielerinnen abstellen müssen.

Gab es in der Hinrunde einzelne Spielerinnen, die Sie besonders überzeugt haben? Copar: Wir sind insgesamt in allen Mannschaftsteilen sehr ausgeglichen besetzt. Bemerkenswert war sicherlich die Leistung von Susanne Gerhardus als beste Torschützin. Ich freue mich natürlich auch darüber, dass ich in Stefanie Obitz und Nurdan Schmidt zwei Top-Torhüterinnen im Kader habe, und dass Beatrice Kuckel nach ihrem Kreuzbandriss wieder ins Team zurückgekehrt ist.

"mit dem CTV in der Oberliga"

Zum Auftakt der Rückrunde am 13. Januar reisen zum Tabellenelften DJK Oespel-Kley. Was ist dort die Zielsetzung? Copar: Wenn wir uns von den unteren Tabellenregionen weiter entfernen wollen, müssen wir solche Spiele gewinnen. Das Heimspiel gegen Oespel-Kley zum Saisonauftakt haben wir nur knapp mit 17:16 gewonnen. Allerdings denke ich, dass wir als Mannschaft mittlerweile weiter sind als im September. Zudem hat die Hinrunde gezeigt, dass wir auswärts oftmals stärker auftreten als in den Heimspielen.

Was wollen Sie in der Rückrunde insgesamt erreichen? Copar: Die Mannschaft muss begreifen, dass die Landesliga keine Überliga ist und dass wir durchaus dort hingehören. Ich erwarte, dass wir mehr Punkte holen als in den ersten elf Spielen und dass wir uns eher in Richtung Platz fünf als in Richtung Platz acht orientieren werden.

Streben Sie längerfristig auch weitere Aufstiege an? Copar: Auf jeden Fall. Gerade in einem starken Umfeld mit Vereinen wie Borussia Dormund, PSV Recklinghausen oder Teutonia Riemke ist es für den Castrop-Rauxeler Frauenhandball wichtig, ein möglichst hochklassig spielendes Team zu stellen. Es wäre durchaus ein Wunsch von mir, mit dem CTV einmal in der Oberliga zu spielen. Allerdings muss man bedenken, dass die auch mit einem deutlich erhöhten Zeit- und Finanzaufwand verbunden wäre.

HINTERGRUND Ulrich Copar (55), selbstständiger Versand- und Grafikdienstleister in Castrop, betreut die Handballerinnen des Castroper TV seit 2005. In dieser Zeit hat er das Team von der Kreis- bis in die Landesliga geführt. Zuvor trainierte Copar unter anderem die Frauen des TuS Ickern. Seine Laufbahn als Spieler begann er bei CVJM Castrop. Copars Tochter Kathrin (Trainerin der weiblichen C-Jugend) und Sohn Matthias (Abteilungsleiter) sind ebenfalls für die CTV-Handballer aktiv.

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