Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Belege aus der Eisenzeit

Ausgrabungen in Nienborg auf den Spuren der Römer

Ursprünglich war in Nienborg die Erweiterung eines Gewerbegebiets geplant. Schon im Frühjahr werden dort nun archäologische Funde dokumentiert.

Heek

16.03.2018
Belege aus der Eisenzeit

Die Probegrabungen bestätigten die Vermutungen der Archäologen. © Michael Esmyol

Es wird in Nienborg Ausgrabungen geben. Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff hatte bei der Haushaltsberatung im Haupt- und Finanzausschuss Überraschendes angekündigt. Jetzt wird der Sachverhalt konkreter, schon in Kürze könnten Wissenschaftler des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) umfangreiche Ausgrabungen starten. Die seinerzeit angekündigte Stellungnahme durch den LWL liegt nun vor.

Die Wissenschaftler hätten Hinweise, dass sich auf dem Areal, einer geplanten Erweiterung eines Gewerbegebiets, großflächige Siedlungen aus der Eisenzeit und der Römischen Kaiserzeit befinden, heißt es. „Von den Ausgrabungen erhoffen wir uns nicht nur, weitere Hausgrundrisse zu entdecken“, so Dr. Christoph Grünewald von der LWL-Archäologie für Westfalen. „Die neuen Untersuchungen werden auch helfen, die Struktur des über 1500 Jahre bewohnten Siedlungsraums an der Dinkel besser zu verstehen.“

Probegrabungen

Im Vorfeld des Baugenehmigungsverfahrens haben die LWL-Archäologinnen bereits in den Jahren 2016 und 2017 mehrere Probegrabungen auf dem betroffenen Gelände durchgeführt. Dabei entdeckten sie fast auf der gesamten Fläche Spuren einer jahrtausendealten Besiedlung. Dazu zählen neben Abfallgruben auch Pfostenlöcher, die von einstigen Holzhäusern stammen. Solche Pfostenlöcher erhalten sich als kreisförmige Verfärbungen im Boden.

Darin fanden sich Keramikscherben, die den Forschern erste Hinweise auf das Alter der Besiedlung geben. Der südliche Teil der Erweiterungsfläche war demnach schon in der Eisenzeit bewohnt, also in der Phase von 800 vorChristus bis Christi Geburt. In dem nördlich anschließenden Bereich überwiegen dagegen Befunde aus der Römischen Kaiserzeit, das heißt aus dem 1. bis 4. Jahrhundert nach Christus. „Die Siedlung in Nienborg geht aber nicht auf Römer zurück“, erläutert Grünewald. „Der Fachbegriff ‚Römische Kaiserzeit‘ bezeichnet in der Archäologie nur eine Epoche.“

Vermutungen bestätigt

Bereits beim Autobahnbau 1987 bis 1992 traten in der näheren Umgebung ur- und frühgeschichtliche Fundstellen zutage. Die Probegrabungen der vergangenen Jahre bestätigten die Vermutung der Wissenschaftler, dass auch das Baugelände Teil der prähistorischen Besiedlung ist. Deswegen sei es vor Beginn der Bauarbeitennötig, die archäologische Fundstelle auszugraben und zu dokumentieren, betont der LWL. Ansonsten gingen wichtige Zeugnisse über die frühen Siedler des westlichen Münsterlandes verloren. Die Ausgrabung erfolgt in enger Abstimmung mit der Gemeinde Heek ab dem Frühjahr.

Lesen Sie jetzt