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Bürgerwille zugeklinkert?

20.12.2007

Bürgerwille zugeklinkert?

<p>Entscheidung gefallen: Nicht der günstigere Betonstein (hinten), sondern der Klinker soll es werden. Elfering</p>

Heek Betonstein- oder Klinkerpflaster? Um diese "Gretchenfrage" dreht sich bereits seit geraumer Zeit die Diskussion in der Arbeitsgruppe zur B 70-Neugestaltung, in den Fachausschüssen und jetzt abschließend im Rat.

Allein die Bürgermeinung zu diesem Thema schien der SPD-Fraktion zu kurz gekommen: Sie wartete in der Ratssitzung am Mittwochabend überraschend mit einer Umfrage auf, die sie unter rund 120 Anliegern der Bahnhof- und Ludgeristraße durchgeführt hatte.

Befragung durch SPD

Das Ergebnis des Rücklaufs der 62 schriftlichen Antworten: Mehr als drei Viertel hätten sich für den Betonstein als bevorzugtes Pflaster ausgesprochen - und das eher weniger unter dem Aspekt der Kostenfrage, wie Hermann-Josef Schepers betonte, sondern vielmehr aus Gründen der Sicherheit, da der Klinker rutschiger sei.

Das beeindruckte CDU-Fraktionschef Bernhard Probst wenig: Die B 70 sei die wichtigste Straße für die gesamte Gemeinde, da Heek keinen gewachsenen Ortskern habe. Bei deren Neugestaltung sei die Nachhaltigkeit das stärkste Argument für den Klinker, denn man wolle dort nach einigen Jahren "keinen Einheitsbrei von Beton" haben. Im Übrigen bräuchten die Anlieger die Mehrkosten ja nicht zu tragen, so Probst, deren Befragung durch die SPD er als "ominös" bezeichnete.

Wer denn dann das alles bezahlen müssten, wenn nicht indirekt der Bürger, wollte SPD-Fraktionsvorsitzender Reinhard Brunsch wissen. Schließlich gehe es um Mehrkosten - je nach Ausführung - von 150 000 bis 300 000 Euro. Die Befragung als "ominös" zu bezeichnen, nannte er eine "Abwertung auch der Meinung der Bürger".

Die Frage des Pflastermaterials als "viel zu hoch gehängt" wertete Markus Jasper (CDU). Es sei eine reine Sachentscheidung, die seine Fraktion zugunsten des Klinkers getroffen habe, da er regionaltypisch sei. Auch für Bürgermeister Dr. Kai Zwicker habe die Bereisung von Orten in der Region zur besseren Anschauung den Ausschlag gegeben: "Wir sollten die Chance nutzen, den Ort attraktiver zu machen. Deshalb werde ich für den Klinker stimmen."

In der anschließenden Abstimmung fiel der Beschluss für das Klinkerpflaster gegen die Stimmen der kompletten SPD-Fraktion. mel

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