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EU-Abgeordnete: „Deutschland hat die weltweit sichersten Lebensmittel“

Sicherheit von Lebensmitteln

Die Sicherheit von Lebensmitteln war Thema eines Vortrages der EU-Abgeordneten Dr. Renate Sommer in Heek. Ihre Aussagen lösten auch kontroverse Reaktionen aus.

Heek/Legden

, 19.06.2018
EU-Abgeordnete: „Deutschland hat die weltweit sichersten Lebensmittel“

Wollen die Zukunft aktiv gestalten (v.l.): Elisabeth Voss (Frauenunion Heek-Nienborg), EU-Abgeordnete Dr. Renate Sommer, Maria Woltering (Frauenunion Ahaus), Claudia Kröger (Frauenunion Legden-Asbeck). © MEISEL-KEMPER

Nicht nur die Mitglieder der Frauenunion Ahaus, Heek-Nienborg und Legden-Asbeck interessierten sich für den Vortrag „Kommerz vs. Verbraucherschutz – Wie sicher sind unsere Lebensmittel?“ der EU-Abgeordneten Dr. Renate Sommer im Hotel M3 in Heek, sondern auch die Mitglieder der CDU-Ratsfraktion Heek-Nienborg. Sie hatten dafür extra ihre Fraktionssitzung verlegt.

Renate Sommer warnte davor, die Ursachen für Lebensmittelskandale zu vermischen: „Es gibt betrügerische Aktionen Einzelner, um sich selbst zu bereichern. Es gibt die großen Skandale wie die Untermischung von Pferdefleisch. Und es gibt Tierkrankheiten, zum Beispiel die Maul- und Klauenseuche.“ Dennoch betonte sie, dass in Deutschland weltweit die sichersten Lebensmittel erhältlich seien. Kämen dennoch verseuchte Lebensmittel auf den Markt, stecke häufig menschliche Unachtsamkeit dahinter.

Strengste Kontrollen in Deutschland

Vor drei Jahren ist das Lebensmittelinformationsgesetz der EU verabschiedet worden, an dem Sommer mitgearbeitet hatte. Seitdem stünden die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen der Lebensmittel. „In Deutschland wird die Einhaltung am strengsten kontrolliert. In südlichen und in osteuropäischen Ländern sieht das wieder anders aus.“

Sommer kritisierte gewisse Fraktionen im EU-Parlament, die Produktion und Verwendung genetisch veränderter Organismen von vornherein ausbremsten. „Die Regierungen haben Angst vor der Bevölkerung, wenn sie das genehmigen.“ Am Beispiel der Verwendung von Glyphosat machte sie das deutlich: „Es kommt immer auf die Dosis an. Ein Mensch müsste über 1000 Liter Bier an einem Tag trinken, damit das Glyphosat im Bier schädlich sein könnte.“

Unternehmen müssen Forschungen öffentlich machen

Unternehmen forschten kostenintensiv, um solche Gefährdungen zu senken. Nach der kürzlich geänderten EU-Lebensmittelbasisverordnung müssten sie ihre Forschungen öffentlich machen. Deshalb drohten sie mit der Einstellung ihrer Forschungen, da andere Staaten wie China die Ergebnisse abschöpfen und vermarkten könnten. „Das bedeutet das Aus für europäische Unternehmen. Mit dem Problem stehe ich jetzt da.“

Mit ganz anderen Problemen sah sich das Publikum konfrontiert. Die Objektivität der Studien wurde angezweifelt, da sie ja häufig von der Industrie bezahlt würden. Glyphosat und Antibiotika in der Landwirtschaft bestimmten die weitere Diskussion. Renate Sommer: „Ich bin dagegen, dass man die Landwirtschaft schlecht redet.“ Auch der Bürokratismus für Direktvermarkter wurde kritisiert. „Das ist die Kehrseite der Medaille. Viele Kontrollen sind gut für den Verbraucher, für den Produzenten lästig und teuer.“ Eine Europaverdrossenheit bei den Zuhörern wurde deutlich, da Reformen durch die 29 Mitgliedstaaten zu lange dauern würden oder gar nicht erst durchkämen. Eines von vielen Problemen – das räumte die Referentin ein.