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Es begab sich aber zu der Zeit...

Heek "Wenn der Funke der Hoffnung zum Licht wird, entfacht er die Flamme der Liebe" - diesen Funken gezündet haben mehr als 100 Gläubige beim "Bethlehemgang" der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz Heek, um nachzuempfinden, wie sich die Herbergssuche Maria und Josefs in der Heiligen Nacht zugetragen hat.

23.12.2007

Es begab   sich aber zu der Zeit...

<p>Möchte auch Anteil nehmen: das kleine Lämmlein. </p>

Freitagabend, gegen 19 Uhr: Es ist bereits sechs Grad unter Null, als sich die Teilnehmer auf dem Kirchplatz vor dem Pastorat einfinden und einen großen Kreis bilden - viele Jugendliche sind unter ihnen, die Firmlinge, Familien mit kleinen Kindern.

Der Kreis schließt sich um einen großen Baumstamm, aus dem die Flammen lodern - ein Finnenfeuer. Es wärmt nicht nur in der Kälte dieser eisigen Nacht, sondern spendet auch Licht. Kein gewöhnliches Licht: Es ist entzündet am Licht von Bethlehem, das die Malteser-Jugend aus dem Dom zu Münster nach Heek gebracht hat - seitdem brennt es dort in der Sakristei.

Eine kurze Andacht und einige Worte aus dem Buch Jesaja folgen, dann entzünden die Träger ihre Fackeln am Heiligen Licht, und der Zug setzt sich in Bewegung - durch die kalte, finstere Nacht in Richtung Averbeck, ein kleiner Junge mit der Stall-Laterne voraus.

Stall wird vorbereitet

Den Stall selbst hat Franz Hinkers bereits mit Stroh ausgelegt und davor einen Holztisch als provisorischen Alter aufgestellt. Jetzt treffen auch die Schafe mit zwei neu geborenen Lämmern ein und füllen die karge Schoppe mit Leben.

Der Zug hat inzwischen den Kreuzweg am Kalvarienberg erreicht und hält an der ersten Station inne für den nächsten Teil des Gottesdienstes, der für einen Moment das Schweigen in der Dunkelheit durchbricht. Eine weitere Station ist am Ludgerusbrunnen, dann geht es weiter voran durch die Finsternis. Allein die Fackeln weisen den Weg.

Am Stall indes bereitet Pfarrer Josef Leyer die Eucharistiefeier vor und richtet den "Altar" her. Probleme bereitet das Entzünden der Kerzen, denn das Stabfeuerzeug ist eingefroren. Als es dann doch gelingt, taucht es plötzlich auf, ein Licht in der Dunkelheit: Der lange Zug der Bethlehemgänger trifft ein mit der Stall-Laterne voraus. Auch sie sind dem Licht ganz nah, denn sie haben ihr Ziel, den einsamen Stall auf der frostigen Wiese, erreicht, wo sie die Eucharistiefeier erwartet.

Abendmahl im Freien

"Lobet den Herrn" - Gebete und Gesänge durchdringen die Nacht, bevor der Pfarrer die Wandlung vollzieht und unter sternenklarem Winterhimmel die Heilige Kommunion austeilt.

Heißer Tee und Punsch machen danach die Runde, die sich jetzt auflockert und Gedankenaustausch über das soeben Erlebte Raum gibt - eine ganz besondere Erfahrung, die auf ihre eigene Art berührt, sind sich die Teilnehmer einig. Und dass es sich lohnt, auch beim nächsten Mal dabei zu sein.

"Von mir aus können alle jedes Jahr wieder kommen", ist auch Franz Hinkers ganz angetan von der besonderen Atmosphäre und Stimmung, für die er seine Schoppe erneut gern bereit stellt. mel

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