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Kissen bremsen Raser

Brinkeresch

Sie sind schwarz-gelb, wollen hoch hinaus und bremsen alle, die an ihnen vorbei rauschen möchten: Nicht die Fußballer des BVB sind gemeint, sondern die vier neuen Schikanen auf der Heeker Spielstraße Brinkeresch: die ersten „Berliner Kissen“ in der Gemeinde.

HEEK

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 07.11.2011
Kissen bremsen Raser

Berliner Kissen: kleine Maßnahme, große Wirkung, wie Verwaltung, Bauausschuss und Anwohner hoffen.

Günstig, effizient sowie problemlos wieder abnehmbar und an anderer Stelle einzusetzen: Für die Straßenaufbauten sprechen einige Argumente, wie Verwaltung, Politiker und die Anlieger der Wohnstraße während einer Bauausschusssitzung September übereinstimmend meinten. Jetzt haben Mitarbeiter des Bauhofes den Beschluss umgesetzt und die insgesamt 3200 Euro teuren Kissen auf der Fahrbahn festgeschraubt. Auf Antrag der Anwohner wurde auch ein Pflanzkübel aufgestellt, der verhindern soll, dass Autofahrer den Knotenpunkt schneiden. Wie gut die Maßnahmen zur Temporeduzierung wirken, sollen Geschwindigkeitsmessungen ergeben.

Anlass waren Beschwerden der Anwohner: Sie hatten in einem Bürgerantrag angegeben, dass im Brinkeresch zwischen dem Einmündungsbereich Stroot (Kreisstraße 45 n) und dem ersten Knotenpunkt sehr zügig gefahren werde: ein Eindruck, der nicht trügte, wie Messungen bestätigten, die die Verwaltung durchführen ließ. Danach lag die Durchschnittsgeschwindigkeit der rund 40 Fahrzeuge pro Tag zwischen 25 und 29 Stundenkilometern. Sieben Prozent der Autofahrer hatten sogar 41 bis 60 „Sachen“ auf dem Tachometer. Erlaubt ist im Brinkeresch lediglich Schrittgeschwindigkeit. Nicht nur wegen der Tempoüberschreitungen hatten Verwaltung und Politiker Verständnis für die um die Sicherheit ihrer Kinder besorgten Anwohner Verständnis. Der Straßenabschnitt habe eine Sammelfunktion, war in der von der Verwaltung geschriebenen Sitzungsvorlage vom September zu lesen. Er führe den gesamten Verkehr aus dem Brinkeresch und aus dem Lepperfeld zur Stroot hin. Daher sei das „Verkehrsaufkommen hier höher als in anderen verkehrsberuhigten Bereichen“.

Diese Sonderbelastung für die Anwohner im Brinkeresch hat den Ausschlag gegeben, es mit den Berliner Kissen einmal probieren zu wollen. Dass diese Entscheidung auch bei anderen Nachbarschaften Begehrlichkeiten wecken und Folgeanträge nach sich ziehen könnte, war dem Bauausschuss seinerzeit klar. Die Situation im Brinkeresch sei aber so besonders, dass das Vorgehen zu rechtfertigen sei. Die Bauausschussmitglieder hatten aber nicht allein die Situation im Brinker Esch im Blick: Sie beauftragten die Verwaltung, künftig bei der Planung neuer Baugebiete Maßnahmen zum Tempodrosseln gleich vorzusehen.

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