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Spannende und offene Gespräche beim Männerfrühstück

Dorothee-Sölle-Haus

Das war ein voller Erfolg: Kein Frühschoppen, sondern ein Männerfrühstück mit einem festgelegten Thema boten die Veranstalter für Männerarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken – das erste Männerfrühstück überhaupt im Dorothee-Sölle-Haus der Christus-Gemeinde in Ahaus mit Teilnehmern aus ganz verschiedenen Orten des Kirchenkreises.

AHAUS/HEEK/LEGDEN

06.11.2011

Uwe Hartmeier, Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, ist im Münsterland in der Männerarbeit unterwegs. Zusammen mit Siegfried Schmidt, Pfarrer i. R., und Presbyter Rainer Sobottka hatte er die Veranstaltung initiiert. „Wie die Alten so die Jungen (gerade nicht)? – Als Mann zwischen den Generationen“ lautete das Thema, in das Schmidt mit einem geistlichen Impuls nach dem gemeinsamen Frühstück hinüberleitete. Am Beispiel des zwölfjährigen Jesus, der ohne Erlaubnis seiner Eltern drei Tage im Tempel blieb, erklärte Schmidt, dass der Ablöseprozess der Kinder von den Eltern bereits in der Bibel thematisiert werde. „Familienkonflikte werden zu Orten der Gotteserkenntnis. Ablösung gehört zum Menschsein“, so Schmidt.

Einen Impuls ganz anderer Art gab der evangelische Theologe und Kirchenkabarettist Okko Herlyn. „Früher war alles besser“, sinnierte er als Fazit der Gespräche unter Männern auf dem Weihnachtsmarkt. Demut, Bescheidenheit, Bitte, Danke seien bei den Jungen heute reinste Fremdwörter. „Das sind doch deutsche Werte durch Wind und Wetter durch Jahrhunderte bewährt“, wetterte er und amüsierte damit einmal mehr die umfangreiche Männerrunde. Nicht weniger polemisch ging Herlyn mit dem Männertreff Ü60 um. Fazit auch hier: „Lass die anderen die Rekorde brechen. Hauptsache kränker, alles andere wäre langweilig.“ Die Sucht nach Posten und Pöstchen und die Jagd nach dem Glück waren weitere Bereiche, in denen er sich sprachlich und musikalisch austobte. „Einmal noch Kind sein“ war ein Lied, das nachdenkliche und verträumte Gesichter hervorzauberte. Mit dem sozialkritischen Verweis auf Kindersoldaten und Kinderarbeit in anderen Ländern, sei man als Kind bei uns bestens behütet, bewahrt, geliebt und frei. „Einmal noch Kind sein. Oder lieber nicht?“ schloss er diesen kabarettistisch-philosophischen Impuls.

Nach dieser vielschichtigen Einstimmung lud Hartmeier zu Gesprächen an den Tischen. Die Gedanken kreisten um das eigene Verhältnis zu den Eltern und Großeltern und um das, was man den eigenen Kindern weitergeben könne. Spannende und offene Gespräche entwickelten sich unter den Männern, die sich oft vorher nicht kannten.

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