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Talpa arbeitet unter Tage

Heek Er ist etwas größer als ein Dackel, hat statt krummer Füßen rote und schwarze Rollen, eine Kameralinse als Auge, aber keine Spürnase - und das ist ein Glück: Denn Talpa - so heißt der wendige Roboter auf vier Rädern - arbeitet zurzeit in der Heeker Unterwelt: im Abwasserkanal unter der Bahnhofstraße.

08.10.2007

Der kleine Monitor in dem blauen Firmenwagen zeigt zwar keine Gerüche, aber lässt sie erahnen: Bis zur stählernen Brust schwappt Talpa das trübe Wasser. Davon lässt er sich aber nicht beirren und geht weiter seiner Arbeit nach.

Fräsen, bürsten, bohren, sägen, kleben - ganz egal: "Der ist ein echter Alleskönner", sagt Hermann Klasen, Talpas zweibeiniger Kollege vom Papenburger Unternehmen Kasatec. Er sitzt oben im blauen Bulli vor dem Monitor. In seiner Hand hält Klasen einen schwarzen Joystick. Eine kaum sichtbare Bewegung genügt, und schon bleibt gut zwei Meter tiefer Talpa stehen, dreht oder wendet sich einer neuen Aufgabe zu.

Bevor voraussichtlich in der nächsten Woche ein Kunststoffrohr Stück für Stück in den zu sanierenden Kanal geschoben wird, um wie eine zweite Haut die Risse des Alters zu bedecken, müssen Schacht und Seitenwände vorbereitet werden, wie Klasen erläutert. Sonst würde der neue Inliner - so der Fachbegriff für das Kunststoffrohr - gleich wieder beschädigt.

Zurzeit ist Talpa auf dem Rückmarsch - beständig auf das kreisrunde Loch zu, das die feuchte Unterwelt spärlich ausleuchtet: ein geöffneter Gullideckel. Zusammen mit seinem Kollegen Heimut Hinrichs zieht Klasen den stählernen Mitarbeiter dadurch nach oben. Die grün ummantelte Datenleitung erweist sich dabei nicht nur als Überträger der Informationen aus dem Wageninneren, sondern durchaus auch als stabiler Strick. "Jetzt ist Pause", erklären die beiden Männer und stellen den triefenden Talpa auf die Ladefläche - nicht, weil der sich erholen müsste, sondern weil das Spezialharz unten an der gerade noch schadhaften Wandung erst einmal aushärten muss, bevor es weiter gehen kann. sy-

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