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Über Papierbrücke zum Job

Heek Was hat eine nur wenige Gramm schwere weiße Brücke aus gefaltetem Papier mit späteren Erfolg im Beruf zu tun? Und warum ist derjenige bei einer Bewerbung erfolgreicher, der sich darauf versteht, ein rohes Ei so einzupacken, dass es aus dem zweiten Stock fällt, ohne zu zerbrechen?

12.12.2007

Über Papierbrücke zum Job

<p>Die Brücke trägt den Becher: Mario Kösters, Tobias Wierling, Laura Wittenberg und David Schaten (v. l.) waren erfolgreich - hoffentlich auch bei der Lehrstellensuche. Lüttich-Gür</p>

Auch Mario, David, Laura und Tobias, die alle die zehnte Klasse der Heeker Kreuz-Hauptschule besuchen, stellen sich gestern in der Volksbank diese Frage - aber nur kurz. Dann rollt das zerbrechliche Ei über den Tisch und sie beginnen, im Team nach Lösungen zu suchen: Vielleicht Luftballons als Airbag? Und dann noch eine Schicht zusammengeknülltes Papier? Die Jugendlichen lachen, tüfteln - kommen zum Erfolg.

Teamfähigkeit zeigen

Bernd Meyer, der im Türrahmen stehend die kleine Gruppe beobachtet, lächelt zufrieden. "Über Freude lässt sich besser eine Leistung erreichen als über Druck", erklärt der Ver triebs trainer der Volksbank Gronau-Ahaus, der dieses Mal nicht seine Kollegen motiviert, sondern die beiden zehnten Klassen der einzigen weiterführenden Schule in Heek.

Über den Erfolg einer Bewerbung entschieden nicht allein Zeugnisnoten, weiß Meyer, sondern Leistungsfreude, Engagement und eben auch Teamfähigkeit. Dass das nicht nur schöne Theorie ist, sondern tägliche Praxis, bestätigt Bernhard Bockhold, Chef der gleichnamigen Zimmerei in Ahle.

"Als erstes gucke ich nicht auf die Noten eines Bewerbungszeugnisses", erklärt er, "sondern auf die Fehlstunden." Worauf ein Unternehmer noch so achtet, erfahren die Zehntklässler während des Bewerbungsgesprächs - neben dem Bewerbungsschreiben, einer Produktwerbung und den beiden Teamaufgaben eine von fünf Disziplinen an diesem Vormittag.

Interesse beweisen

Ob Bankdirektor oder Arzt, Bockhold springt in jede gewünschte Rolle. Denn die Schüler bewerben sich bei ihm nicht unbedingt um eine Lehrstelle als Zimmermann, sondern als Bürokauffrau, Arzthelferin und Mechatroniker - je nach Wunsch des Bewerbers. "Das Entscheidende ist überall gleich", weiß Meyer. Der Bewerber muss gut vorbereitet sein, Interesse für Beruf und Betrieb beweisen und gewinnend auftreten.

"Eigentlich", stellt Lehrerin Maria Künert fest, "haben wir das alles auch schon in der Schule durchgenommen - auch praktisch." Jeweils im neunten und zehnten Schuljahr gebe es ein Praktikum. "Aber wenn die Schüler das hier, außerhalb der Schule so locker und mitreißend vermittelt bekommen, ist das etwas ganz anderes", ergänzt sie.

Durchstarten

Mario, David, Laura und Tobias können die Tipps gut gebrauchen. Sie befinden sich mitten in der Bewerbungsphase für einen Ausbildungsplatz. Was die Papierbrücke vor ihnen, auf der jetzt mühelos ein Becher Wasser steht, mit ihrem Start ins Berufsleben genau zu tun hat, mögen sie zwar immer noch nicht wissen: "Aber es hat richtig Spaß gemacht." sy-

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