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Unterricht bei Mutter Natur

Heek Der Maulwurf macht keine Winterpause. Das Team des Schulgartens ebenfalls nicht. Das hat Vorteile - für die zweibeinigen Nutzer des braunen Mutterbodens. "Denn Maulwürfe mögen es nicht, wenn man über ihren Gängen oft hin- und herläuft", weiß Lehrerin Ruth Jansen.

14.12.2007

Unterricht bei Mutter Natur

<p>Der Zaun ist selbst hergestellt, die Beete dahinter und die Rasenfläche davor ebenfalls: Einige Mitglieder der Schulgartengruppe und Bio- und Mathelehrerin Ruth Jansen gestern bei der Arbeit. Lüttich-Gür</p>

Und dass die Jugendlichen aus den Jahrgängen sieben, acht und neun laufen - zur Zeit in der Regel mit Waschbetonplatten in den Händen. Jeweils zu zweit bugsieren sie sie in den eingezäunten Garten.

Nein, nicht um neue Wege anzulegen, betont die Lehrerin. Das sei zwar ebenfalls im Winter geplant, aber diese Platten dienten eher der Abgrenzung von den tierischen Gartenfreunden aus dem Naturschutzgebiet nebenan. "Wir graben die Platten ein Stück senkrecht ein", erklärt die Lehrerin - als natürliches Hindernis für Kaninchen und Co., die sich unter dem selbst gebauten Holzzaun hindurchzwängen wollen.

Zehn mal 20 Meter

Einige Rhododendren und ein paar Buchsbaumsträucher - und dazwischen gar nichts: Das zehn mal 20 Meter große Gartengrundstück, auf dem im Sommer wieder Zucchini, Kartoffeln ("die gedeihen hier besonders gut") und Pflücksalat neben Blumen wachsen, liegt im Moment brach da. Die Vorfreude auf die nächste Ernte blüht aber bereits. Damit im kommenden Jahr möglichst viel von den Mitschülern im Hauswirtschaftsunterricht verarbeitet und nicht von der tierischen Konkurrenz gefressen wird, bauen die Schüler zurzeit Drahtgestelle - passgenau für jedes Beet.

"Im Wahlpflichtfach Schulgarten sind wir das ganze Jahr über aktiv, und wenn es eben geht, sind wir auch draußen", so die Lehrerin. Schließlich gelte es, nicht nur - unterstützt vom Förderverein und beraten vom Gartenbauverein - den eigentlichen Garten zu versorgen, sondern einiges mehr: die eigenhändig eingesäte Rasenfläche daneben, die selbst angelegte Streuobstwiese, die gerade neu angelegten Zierbeete vor der Schule, das Beet auf dem Schulhof und schließlich die Kaninchen. Kaninchen? "Nein, nicht die Wildkaninchen, die sollen ja draußen bleiben", betont die Lehrerin. "Wir halten hier auch einige Tiere": Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster. Schließlich gelte es, den Jugendlichen nicht nur den umsichtigen und kreativen Umgang mit der Flora zu zeigen, sondern auch mit der Fauna.

Flora und Fauna

Nur eben nicht mit Maulwürfen! "Keine Sorge, wir tun denen nichts an", beeilt sich Jansen zu betonen, "wir mögen sie eben nur nicht auf unseren Flächen." Kennen die Schüler ein Patentrezept, den schwarzen Untermieter ihres grünen Klassenzimmers zu vertreiben? Jansen schüttelt den Kopf. Die Jugendlichen schütteten regelmäßig Wasser in die Gänge und legten anschließend Steine auf die eingeebneten Haufen. "Ich weiß nicht, ob das wirkt", gibt Jansen zu. Es sei aber immerhin besser, als den blind buddelnden Tieren nur tatenlos zuzusehen. sy-

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