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„Heißer Tanz in Marseille“: RB-Chance aufs Halbfinale

Marseille. Der Vorsprung ist knapp, die Herausforderung groß im Stade Vélodrome von Olympique Marseille. RB Leipzig freut sich drauf und will auf Attacke-Modus schalten. Mit Timo Werner, „wenn er fit ist“, laut Trainer Hasenhüttl.

„Heißer Tanz in Marseille“: RB-Chance aufs Halbfinale

Trainer Ralph Hasenhüttl will es mit dem RB Leipzig in die Runde der besten Vier in der Europa League schaffen. Foto: Jan Woitas

Nach der verspäteten Ankunft im verregneten Marseille gab Ralph Hasenhüttl erstmal leichte Entwarnung bei Timo Werner und kündigte den Gastgebern einen Attacke-Auftritt an.

„Wir dürfen nicht abwarten, wir müssen versuchen, selbst Tore zu erzielen“, sagte der 50 Jahre alte Österreicher und ergänzte mit Blick auf die beeindruckende Kulisse im stimmungsvollen Stade Vélodrome: „Wir werden hoffentlich dafür sorgen, dass es nicht ganz so laut wird.“

Mit über einer halben Stunde Verzögerung nahm Hasenhüttl Platz auf dem Podium, mit ihm Marcel Sabitzer, der seinen Vertrag vorzeitig um ein Jahr bis 2022 noch vor der Abreise verlängert hatte. Die dringendste Frage: Was ist mit Werner? Der Goalgetter und Schütze des so wichtigen Tores zum 1:0-Hinspielsieg in der Red Bull Arena am vergangenen Donnerstag gegen Olympique Marseille absolvierte das Abschlusstraining wegen Oberschenkelproblemen nicht mit der Mannschaft. „Eine Vorsichtsmaßnahme“, betonte Hasenhüttl. „Wenn er voll fit ist, wird er auch spielen.“

Damit steht 72 Stunden nach der 1:4-Klatsche gegen Bayer 04 Leverkusen einer Wiedergutmachung praktisch nur der Gegner im Weg. „Wir wollen nicht nur als Olympique ins Halbfinale, sondern auch ganz Frankreich repräsentieren. Wir werden eine sehr entschlossene Mannschaft sehen“, betonte Hasenhüttls Kollege Rudi Garcia.

Olympique hofft dabei auch auf den AS-Rom-Effekt. Die Roma hatte sich daheim angetrieben von seinen Fans mit 3:0 gegen den FC Barcelona am Dienstag durchgesetzt. „Wir müssen von der ersten Minute an den Fans etwas liefern, damit sie uns puschen“, sagte der in Deutschland aufgewachsene Marseille-Stürmer Kostas Mitroglu: „Alle warten auf dieses Spiel, die ganze Stadt und die Spieler.“

Leipzig ist es recht. „Wir freuen uns, dass das Stadion gut gefüllt ist. Wir haben schon viele tolle Stadien gesehen und in vielen tollen Stadien tolle Spiele gemacht“, betonte Hasenhüttl vor der Partie an diesem Donnerstag (21.05 Uhr).

Die Defensive darf sich aber unter diesem Druck erst recht nicht wieder solche Patzer wie gegen Bayer leisten, die Offensive sollte wieder zu alter Stärke zurückfinden. Und Werner, wenn er denn spielt, sollte seinen Rückspielbann brechen - in den beiden Rückspielen der bisherigen K.o.-Phase der Europa League gelang ihm noch kein Tor.

Eine Niederlage mit einem Tor Unterschied bei mindestens einem eigenen Treffer würde den Leipzigern reichen, ein Remis sowieso. Auf ein Elfmeterschießen sollte sich Leipzig lieber nicht einlassen: International fehlt jede Erfahrung, national führten die beiden letzten Entscheidungen vom Punkt im DFB-Pokal im August 2016 beim Zweitligisten SG Dynamo Dresden und im Oktober 2017 daheim gegen den FC Bayern jeweils zum Aus. Und nach Angaben von OM-Coach Garcia lässt er seine Spieler bereits seit Sonntag fleißig Elfmeter üben.

Große Korrekturen im Training nach der ernüchternden Pleite gegen Leverkusen konnte Hasenhüttl nicht vornehmen. Wie sehr er rotieren lässt - fünf Veränderungen waren es am Montag - ist noch offen und hängt sicherlich auch von Werner ab. Im Gegensatz zum Hinspiel steht Kapitän und Abwehrchef Willi Orban wieder zur Verfügung, um die Offensive der Franzosen um Dimitri Payet zu zügeln. Diese wird durch Florian Thauvin noch gefährlicher, er ist nach seinen Problemen an der Achillessehne wieder fit. Offen ist dagegen noch, ob auch Rolando in die Abwehr zurückkehrt. In Leipzig hatten Marseille insgesamt vier Leistungsträger gefehlt.

RB Leipzig, der erst im Mai 2009 gegründete Neuling und Olympique Marseille, 1899 gegründet und trotz aller verzweifelten Versuche von Paris Saint-Germain in den vergangenen Jahren noch immer der einzige Club der Grande Nation, der jemals die Meisterklasse gewinnen konnte, teilen aktuell ein ähnliches sportliches Schicksal. Leipzig bangt um die Teilnahme an der Champions League als Tabellensechster, steht am Sonntag beim SV Werder Bremen schon wieder unter Druck.

Olympique ist nach der Nullnummer am Sonntag zu Hause gegen Montpellier von Champions-League-Qualifikationsplatz drei der Ligue 1 abgerutscht. Warum es also nicht erst recht über die Europa League versuchen. Drei Spiele sind es noch bis zum Finale in Lyon. Wer das gewinnt, sichert sich einen Platz in der Königsklasse. 

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