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Donar-Aus: Schlechter Witz?

Herbern Als schlechten Witz bezeichnet der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Romberg die Planungen zum Bergwerk Donar. Als noch schlechteren Witz bezeichnet der Bergbau die Behauptung des Politikers, Donar sei zu Grabe getragen worden.

von Von Rudolf Zicke

, 29.08.2007
Donar-Aus: Schlechter Witz?

<p>"Radbod 6", heißt der noch existierende Schacht nördlich von Hamm. Er wurde einst geteuft, um von der Zeche Radbod in Bockum-Hövel aus die Nordwanderung voranzutreiben. Für das Bergwerk Donar könnte er reaktiviert werden. Zicke</p>

Der Drensteinfurter Liberale hatte per Pressemitteilung gestern verbreitet, die Deutsche Steinkohle AG (DSK) habe sich mit den Schließungsplänen für das Hammer Bergwerk Ost ganz offensichtlich auch von dem Projekt des Bergwerks Donar verabschiedet.

Hoffnungslose Lage

"Mit der geplanten Schließung des Bergwerks Ost Ende 2009 signalisiert die DSK den vom Bergbau betroffenen Menschen der Region, dass sie die hoffnungslose Lage des deutschen Steinkohlebergbaus endgültig anerkennt", so der FDP-Abgeordnete.

Die geplante neue Zeche, die Romberg nach eigenen Angaben von Anfang an bekämpft habe, nennt er in seiner Erklärung "Phantom-Bergwerk". Selbst die DSK, behauptet Romberg, habe "hinter der Fassade virtueller Fördertürme zu keiner Zeit an eine Umsetzung dieses für den Steuerzahler und die Menschen vor Ort unverantwortlichen Projekts geglaubt." Die DSK habe allerdings die Menschen rund um Ascheberg und Drensteinfurt in Sorge versetzt.

Keine Subventionen

Udo Kath, Pressesprecher der DSK, widerspricht dem Landtagsabgeordneten allerdings vehement. "Herr Romberg verwechselt hier wohl einiges", vermutet Kath. Zum einen gebe es überhaupt keinen Schließungsbeschluss für das Bergwerk Ost. Ende des Jahres werde in Berlin das Finanzierungsgesetz für den deutschen Steinkohlebergbau verabschiedet, und erst dann sei zu überlegen, wie die Zukunft der Bergwerke aussehe, und erst dann würden Entscheidungen gefällt.

Private Investoren

Doch abgesehen davon, erklärte Udo Kath weiter, hätten die Donar-Pläne mit dem Schicksal des Bergwerks Ost und des subventionierten Kohle-Abbaus nichts zu tun. Denn Donar solle schließlich durch private Investoren finanziert werden und von vornherein keine staatlichen Beihilfen erhalten.

Außerdem: "Donar ist ein komplett neues Bergwerk", sagte Kath; darum benötige es nicht die Infrastruktur des Hammer "Pütts". Die Bergleute würden auf Herberner Gebiet einfahren, in Herringen/Pelkum würde lediglich eine bereits vorhandene Fläche für den Bau der Anlage zur Förderung und Lagerung von Kohle bzw. Bergematerial genutzt.

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