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Hochzeiten im Wandel der Zeit

Sonderausstellung

HERBERN Hochzeiten im vorigen Jahrhundert. Wie der schönste Tag im Leben bis in die 70-er Jahre in Herbern gefeiert wurde, zeigen derzeit Exponate im Heimathaus. Immerhin wurde damals nicht immer aus Liebe geheiratet.

von Von Heinz Rogge

, 12.04.2010
Hochzeiten im Wandel der Zeit

Bauer und Bäuerin begrüßten die Gäste zur Sonderausstellung am Eingang.

Exponate wie Fotos, Einladungskarten, Hochzeitskleider, Schleier, Frack und Zylinder in der Sonderausstellung im Heimathaus Herbern zeigen, wie die Brautleute vor vielen Jahren vor den Altar getreten sind. 

Diese Ausstellung soll ein möglichst umfassendes Bild von den ersten zarten Banden über Liebesbriefe, Freundschaftsbeweise, Verlobungen bis hin zum Gang zum Altar zeichnen.

Museumsleitern Liane Schmitz erwähnte bei der Eröffnung, man habe bewusst die Formulierung gewählt: Verliebt? Verlobt. Verheiratet!" Dabei sei das Fragezeichen hinter dem Verliebt kein Tippfehler, sondern volle Absicht. Hier kommen nämlich eine historische Dimension zum Ausdruck. Denn früher hieß es nicht Heirat aus Liebe sondern "Gleich zu gleich gesellt sich gern. Man heiratete in seinem eigenen Stande und die Liebe entwickelte sich dann, wenn man Glück hatte. Der farbige Scherenschnitt aus dem Jahr 1796 gehört zweifellos zu den Besonderheiten dieser Ausstellung.

Bereits als die Tochter noch klein war, fasste die Mutter schon die zukünftige Aussteuer ins Auge. Denn bis so ein Satz Hemden, Bett- und Handtücher fertig gestellt waren, bis ins 19. Jahrhundert. Also fing man früh an, denn schließlich würden die Nachbarinnen am Hochzeitstag kommen und in die Schränke schauen, um zu sehen, ob die Braut auch wohl ausgestattet war.

Die Ausstellung zeigt Exponate vom ersten Kennenlernen bis zu den Hochzeitsjubiläen. So wurde auch Kranzbinden und Poltern dargestellt. In dem Brautstudio wird eine mehr als 100-jährige Modetradition dargestellt. Das ganz in Weiß war früher allerdings nicht selbstverständlich. Schon an der Eingangstür des Heimathauses macht der Hochzeitskranz, aus Tannengrün geflochten und mit Papierröschen auf die neue Ausstellung aufmerksam.Erinnerungen an Silber- und Goldhochzeiten

Die Besucher wurden zur Ausstellung von der Bäuerin und dem Bauer in ihren alten Trachten mit einem Klaren begrüßt. Ob Brautkränze im Bilderrahmen, Menükarten vom ländlichen Hochzeitsmahl, Eheringe, Hochzeitstassen oder der liebevoll aufbewahrte Brautstrauß - der Herberner Heimatforscherin sind alle Erinnerungsstücke willkommen. Dazu gehören auch typische Hochzeitsgeschenke, Aussteuergaben, handgestickte Sprüche auf Ziertüchern, Hochzeitszeitungen und vieles mehr.

Zum großen Hochzeitsthema im Heimathaus zählen auch Erinnerungsstücke von Silber- und auch Goldhochzeiten. Bis zum 24. Oktober ist die Ausstellung jeweils samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Nach Absprache sind Besuche auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.