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Mehr Unabhängigkeit durch den Bürgerbus

Ehrenamt

HERBERN Reinhold Ophaus ist einer der ehrenamtlichen Fahrer des Bürgerbusses. Insgesamt 29 Stationen fährt er auf seiner Tour an, und die Zahl der Fahrgäste steigt weiterhin.

von Von Miriam Sahli

, 09.04.2010
Mehr Unabhängigkeit durch den Bürgerbus

Bezahlt wird bei Fahrer Reinhold Ophaus.

Der Bürgerbus bringt die Menschen seit 2007 von Davensberg nach Ascheberg, Herbern, Capeller Bahnhof und zurück. Alle zwei Stunden hält er an den insgesamt 29 Stationen. Er ist gerade für ältere Menschen und Kinder sehr wichtig, denn sie wollen unabhängig sein.

Ophaus hält ein paar Haltestellen weiter, zwei Gäste steigen ein. Die Strecke könnte die eines Touristenbusses sein, absolut dafür geeignet, an einer Haltestelle raus zu springen und Fotos zu machen: Der Bürgerbus fährt an Feldern, Bauernhöfen, kleinen Kirchen und Plätzen vorbei und durch schmale Straßen, in denen die Menschen ihre Vorgärten aufhübschen.Bürgerbus wird häufig von älteren Fahrgästen genutzt

Die Fahrgäste, die in der Gemeinde Ascheberg wohnen und den Bürgerbus nehmen, denken nicht an Fotomotive. Sie denken praktisch: Vor allem ältere Menschen aus Davensberg sind auf die Linie 21 angewiesen, um zum Arzt nach Ascheberg oder Herbern zu kommen. Denn eine Praxis gibt es laut Ophaus in Davensberg nicht.   "Manche ältere Menschen müssen ständig zum Arzt und wollen verständlicherweise nicht immer die Kinder oder Nachbarn bitten, sie zu fahren. Sie wollen selbstständig sein, niemandem lästig sein, weil sie nicht mehr alleine Auto fahren können", sagt er über seine Stammgäste. Viele erledigten auch ihre Einkäufe in anderen Ortsteilen der Gemeinde und nähmen dafür den Bus.

An der Rankestraße in Herbern steigen zwei Gäste ein, bezahlen, setzen sich. Carsten Lubold muss zur Arbeit, fährt häufiger mit dem Bürgerbus. Mit dem Fahrrad seien ihm acht Kilometer zu viel. Wenn er morgens arbeitet, muss er den Schulbus nehmen, da der Bürgerbus erst dann an der Rankestraße hält, wenn er längst arbeitet. "Es ist gut, den Bürgerbus zu haben. Besser wäre es aber für mich, er würde stündlich fahren."

25 ehrenamtliche Fahrer Jochen Syrig, Geschäftsführer des Bürgerbus-Vereins Ascheberg, nimmt die Anregung ernst, mehr sei jedoch augenblicklich nicht drin. Aktuell hat der Verein 25 Fahrer zwischen 55 und 70 Jahren, die im Übrigen ehrenamtlich die Früh- oder Spätschicht übernehmen. Im März brachten sie 1069 Gäste zu ihrem Ziel - Rekord.

"Die Menschen mögen an unserem Bürgerbus die tatsächliche Bürgernähe. Eine Fahrt hat etwas Persönliches", sagt Syrig. Und wer montags mitfahre, könne gleichzeitig beichten. Denn dann fahre Pfarrer Wilfried Voß von Davensberg nach Capeller Bahnhof und zurück.