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Mit Kaffee und Herzblut

HERBERN Hartnäckig schimmern die Zahlen durch die Farbe, so als wollten sie ihre eigentliche Bestimmung nicht vergessen lassen.

von Von Nicole Klein-Weiland

, 29.10.2007

"Das war nämlich mal eine Telefonbuchseite", klärt Annette Langenberg auf. Doch nicht nur diese Seite aus dem Nachschlagewerk ist ungewöhnlicher Bestandteil der Gemälde der Herberner Künstlerin. Auch Sand, Papier, Kaffee und Zeitungen finden sich in den ausdrucksstarken Bildern, die Annette Langenberg am vergangenen Wochenende in Hotel Wolfsjäger ausstellte. Unter dem Titel "Von hier nach dort" zeigte die frühere Geschäftsführerin des Verkehrsvereins Ascheberg mehr als sechzig experimentelle Werke, die ihre künstlerische Entwicklung dokumentieren.

Gemälde mit Geschichte

Einige davon sind in Seminaren, Workshops und Akademien entstanden, und fast alle Gemälde haben ihre Geschichte, die Annette Langeberg gerne bereit ist zu erzählen. Geduldig stand sie den zahlreichen Gästen bei der Ausstellungseröffnung am Freitag Rede und Antwort, erläutere Maltechniken und Intentionen. Ihre Ausstellung hat die Malerin unter drei Themen gestellt: Landschaften, Körperformen sowie "knospen-blühen-welken". "Zum ersten Mal sind hier wirklich nur Bilder von mir zu sehen", freut sich die Herbernerin über diese erste Einzelausstellung, mit der die Künstlerin Neuland betritt. Nicht, dass ihr die vielen Gemeinschaftsausstelllungen unter anderem in Nordkirchen, Senden, Hagen, Schwerte und Dortmund, nichts bedeutet hätten. Im Gegenteil. "Ich hatte mal ein Bild, bei dem ich ganz lange mit mir gehadert habe, ob ich es überhaupt ausstellen soll. Dann habe ich es doch getan, und heute hängt es in Italien", erinnert sich erfreut an einen Verkauf aus einer solchen Ausstellung. Dass sie ihre Bilder nicht leichten Herzens hergibt, ist offensichtlich.

Viel Herzblut

Ist doch neben Acrylfarbe und so manch anderem experimentellen Malstoff auch viel Herzblut Annette Langenbergs in die Werke eingeflossen, die sich in ihrer Form irgendwo zwischen gegenständlicher Auflösung und vollkommener Abstraktion bewegen. Seit Monaten hat die Malerin für ihre dreitägige Einzelausstellung gepinselt, gespachtelt und geklebt, zeitweise sogar an mehreren Bildern parallel. Manchmal übermale sie Bilder auch wieder, wenn sie damit nicht zufrieden sie, erzählt Annette Langenberg. so verfuhr sie teilweise bei den "Herberner Impressionen", die in der Ausstellung zu sehen waren. "Man hat mir gesagt, dass der Turm der Kirche nicht zwiebelig genug sei", berichtet die Malerin und weiß - ganz pragmatisch - gleich eine Lösung dafür: "Wenn ich das Bild nicht verkaufen sollte, dann male ich den Turm eben noch ein bisschen über."

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