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Sensationssieg gegen Barcelona

Herz schlägt Geld: Rom macht es den Superreichen vor

Rom Das Champions-League-Halbfinale findet ohne FC Barcelona, Paris Saint-Germain und Manchester City statt. Diese Klubs hatten zuletzt irrwitzige Summen auf dem Transfermarkt ausgegeben. Stattdessen steht mit AS Rom ein verhältnismäßig kleiner Verein in der Vorschlussrunde.

Herz schlägt Geld: Rom macht es den Superreichen vor

Völlig losgelöst: Der AS Rom feiert ausgiebig den Sieg über Barcelona und den  sensationellen Halbfinaleinzug in der Champions League. Foto: dpa

Der FC Barcelona hat in dieser Saison 334 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, Manchester City rund 315. Die teuersten Neuzugänge des AS Rom dagegen kamen von Klubs wie Sassuolo Calcio oder Basaksehir Istanbul. Mehr als 14 Millionen Euro hat der Klub in dieser Saison nicht für einen Profi ausgegeben. Trotzdem ist der „Roma“ am Dienstagabend in der Champions League etwas gelungen, was in Zeiten der Ablöserekorde und teils staatlich gelenkten Investoren-Klubs kaum jemand mehr für möglich gehalten hätte: Die Italiener stehen nach einem 3:0 (1:0)-Sieg gegen Barça im Halbfinale.

Sieg ist eine sportliche Sensation

Man City, Paris Saint-Germain und auch der große FC Barcelona sind trotz ihrer hochgerüsteten Kader draußen. „Die Jungs haben einen außergewöhnlichen Job gemacht“, sagte Roms Trainer Eusebio Di Francesco. Sein Präsident James Pallotta sprang vor Freude in den Brunnen auf der Piazza del Popolo, umringt von unzähligen Fans, die den ersten Einzug ihrer Mannschaft ins Halbfinale der Königsklasse feierten. Auch Pallotta ist ein US-amerikanischer Investor, auch in Rom kassieren die Spieler Millionen-Gehälter. Trotzdem war der Sieg gegen Barcelona nach dem 1:4 im Hinspiel eine sportliche Sensation.

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„Wir haben gegen die beste Mannschaft der Welt gewonnen. Wir haben immer daran geglaubt und haben es verdient. Mit diesem Publikum ist alles möglich“, sagte Konstantinos Manolas. Der Innenverteidiger hatte per Kopf in der 82. Minute den 3:0-Endstand erzielt.

Ex-Bundesliga-Profi Dzeko trifft

Auch ein früherer Bundesliga-Profi gehörte zu den Torschützen. „Wir haben ein Team, das jeden schlagen kann, auf den Boden der Tatsachen geholt“, sagte Stürmer Edin Dzeko. Ein Fazit, das vielen Fans gefallen dürfte: Herz siegt über Geld.

Beim FC Barcelona dagegen konnte keiner der Superstars - von Luis Suárez über Gerard Piqué bis hin zu Lionel Messi - den furios aufspielenden Römern etwas entgegensetzen. Ein ähnliches Schicksal ereilte zeitgleich Manchester City, das sich nicht gegen den von Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool durchsetzen konnte. Paris Saint-Germain war bereits im Achtelfinale an Real Madrid gescheitert.

Paris bislang ohne Erfolg

Es sind vor allem diese drei Vereine, die die Ablösesummen im europäischen Fußball in dieser Saison in nie gekannte Dimensionen getrieben haben. Der Brasilianer Neymar wechselte für 222 Millionen Euro von Barcelona nach Paris, die Katalanen reinvestierten das viele Geld im Gegenzug unter anderem in Ousmane Dembélé von Borussia Dortmund und Philippe Coutinho vom FC Liverpool. Bei Manchester City versucht der Besitzer aus Abu Dhabi bereits seit Jahren, den Triumph in der Champions League zu erkaufen. Bislang ohne Erfolg.

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In den nationalen Ligen in Frankreich, Spanien und England dominieren PSG, Man City und Barça die Konkurrenz - es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass diese drei Teams ihre Meistertitel perfekt machen. Auf europäischer Ebene ist für sie aber erneut frühzeitig Schluss. „Das ist eine große Enttäuschung“, sagte Barcelonas Trainer Ernesto Valverde. „Es tut mir vor allem leid für die Fans.“

Verein wird mit Zurückhaltung geführt

Zum Vergleich: Nach Angaben der Wirtschaftsprüfer von Deloitte hat AS Rom in der Saison 2016/17 insgesamt 171,8 Millionen Euro umgesetzt. Das bewegt sich ungefähr auf dem Niveau von Borussia Mönchengladbach. Der Verein wird seit 2011 aus den USA geführt - allerdings mit deutlich größerer Zurückhaltung als dies bei PSG oder den beiden Manchester-Klubs der Fall ist.

Die Verantwortlichen der Roma müssen sich sogar darum sorgen, in der nächsten Saison überhaupt wieder in der Champions League mitspielen zu dürfen. Denn in der Serie A liegt das Team von di Francesco 21 Punkte hinter Juventus Turin nur auf Platz vier, die letzte Meisterschaft liegt bereits 17 Jahre zurück. „Wieso sollten wir nach so einem Erfolg nicht nach etwas noch Größerem streben?“, sagte der Trainer. „Jetzt wollen wir nach Kiew ins Finale!“

Von dpa

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