Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Hilfe statt strengerer Gesetze

DÜSSELDORF In NRW infizieren sich mehr und mehr Drogenkonsumenten mit dem HI-Virus. Die Aidshilfe in NRW kritisiert die Drogenpolitik der Landesregierung - und bekommt dabei auch prominente Unterstützung.

Anzeige
/
Strengere Gesetze helfen Drogenabhängigen nicht, sagt die Aidshilfe in NRW.

Auch ein Kritiker der Drogenpolitik in NRW: Schauspieler und Gefängnisarzt Joe Bausch-Hölterhoff.

Die von Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) auf den Weg gebrachte Verschärfung der Eigenbedarfsgrenzen von Drogen bei gleichzeitiger Streichung von Hilfsangeboten sei nicht im Sinne der Gesundheitsförderung, sagte der Landesvorsitzende der Aidshilfe, Klaus-Peter Hackbarth, in Düsseldorf. Auch der Gefängnisarzt und „Tatort“-Schauspieler Joe Bausch-Hölterhoff kritisierte Müller-Piepenkötter. Abrutschen in Beschaffungskriminalität „Die Kriminalisierung des Besitzes von Drogen zum Eigenbedarf wird letztlich dazu führen, dass langfristig mehr Menschen in den Strafvollzug kommen, unter anderem durch Widerrufe von Bewährungen“, sagte Bausch-Hölterhoff, der auch Mitglied des Kuratoriums der Aidshilfe ist. Bereits jetzt gebe es in den Gefängnissen trotz strenger Kontrollen Drogenkonsum. Noch strengere Gesetze seien keine Hilfe für Drogenabhängige, sondern ließen diese nur stärker in den Strudel der Beschaffungskriminalität geraten. Notwendig seien bessere Hilfsangebote für Abhängige in den Gefängnissen.Viele HIV-Infektionen In diesem Zusammenhang wies Hackbarth auf eine steigende Zahl infizierter Drogenkonsumenten hin. Obwohl nur 22 Prozent der Bundesbürger in Nordrhein-Westfalen lebten, kämen aus diesem Bundesland 40 Prozent der neu diagnostizierten HIV-Infektionen in Deutschland. In NRW leben laut einer Statistik des Robert-Koch-Instituts etwa 11.900 Menschen mit dem HI-Virus, davon sind rund 900 Menschen an Aids erkrankt. Seit 1982 haben sich in NRW 17.500 Menschen mit HIV infiziert, davon sind 5600 bereits an den Folgen von Aids gestorben. In diesem Jahr sei voraussichtlich mit 600 neuen HIV-Infektionen und 260 weiteren Aidskranken zu rechnen, sagte Hackbarth. Die Zahl der Aidstoten liege bei etwa 150. 77 Prozent der im vergangenen Jahr an Aids Erkrankten seien männlich. Weniger als fünf Erkrankungen wurden bei Kinder und Jugendlichen im Alter von bis zu 14 Jahren gezählt.

/
Strengere Gesetze helfen Drogenabhängigen nicht, sagt die Aidshilfe in NRW.

Auch ein Kritiker der Drogenpolitik in NRW: Schauspieler und Gefängnisarzt Joe Bausch-Hölterhoff.

Anzeige
Anzeige