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Hoffenheim weiter auf Einkauftour

Sinsheim (dpa) Der hoch ambitionierte Fußball-Zweitligist 1899 Hoffenheim geht wieder einmal ungewöhnliche Wege: Der Aufsteiger ist mit gleich vier Torhütern ins Trainingslager nach La Manga/Spanien geflogen.

Der hoch ambitionierte Fußball-Zweitligist 1899 Hoffenheim geht wieder einmal ungewöhnliche Wege: Der Aufsteiger ist mit gleich vier Torhütern ins Trainingslager nach La Manga/Spanien geflogen.

«Der Konkurrenzkampf soll belebt werden», sagte Manager Jan Schindelmeiser. Trotz der enormen personellen Investitionen war der Trend beim Tabellenachten zuletzt nach unten gegangen. Aus den letzten vier Spielen holten die Badener nur zwei Punkte. Der milliardenschwere Mäzen Dietmar Hopp macht Trainer Ralf Rangnick jedoch keinen Druck: Der SAP-Mitbegründer wünscht sich «einen Mittelfeldplatz». Dabei hatten die Hoffenheimer in der Hinrunde zeitweise so furios aufgespielt, dass die Konkurrenz befürchtete, dem Neuling gelinge der Durchmarsch in die Bundesliga.

Der angestrebte Aufstieg eilt (noch) nicht. Denn das neue 30 000 Zuschauer fassende Stadion in Sinsheim, das sich Hopp rund 50 Millionen Euro kosten lässt und mit dessen Bau im Spätherbst begonnen wurde, wird erst in einem Jahr fertig sein. Weiterhin investieren die Hoffenheimer nicht nur in Steine, sondern auch in Beine: Mit Ramazan Özcan wurde ein dritter Keeper verpflichtet. Der 22-jährige österreichische Junioren-Nationaltorwart war bisher zweiter Mann bei Red Bull Salzburg. Neben Özcan reisten Daniel Haas, Thorsten Kirschbaum und Daniel Bernhardt, der Schlussmann der Oberliga- Reserve, zur Rückrunden-Vorbereitung nach Spanien.

Statt auf Qualität setzt der Aufsteiger bei den Torhütern auf Quantität. Die bisherige Nummer eins, Haas, machte in der Vorrunde einige Fehler. Auch vom elfmaligen Jugend-Nationaltorwart Thorsten Kirchbaum ist man nicht überzeugt. «Thorsten hat nicht genug Druck aufgebaut, um an Haas vorbeizuziehen», kritisierte Rangnick.

Nicht nur der Torwart, sondern die Defensive insgesamt bereitet dem früheren Erstliga-Coach Sorgen. Mit 27 Gegentoren zählt Hoffenheim zu den abwehrschwächsten Mannschaften der Liga. Da stimmte die Balance nicht: Für 20 Millionen Euro wurden vorwiegend Offensivkräfte verpflichtet. Auf Schindelmeisers Einkaufszettel für den Winterschlussverkauf stehen deshalb Abwehrspieler. Mit Marvin Compper wurde bereits ein 22 Jahre alter Linksverteidiger vom Liga- Rivalen Borussia Mönchengladbach geholt. Eine weitere Verstärkung für den Defensivbereich ist wahrscheinlich.

Außerdem haben Radek Spilacek und Michael Rundio in La Manga das Training mit dem 27-köpfigen Kader wieder aufgenommen. Die beiden fehlten Monate lang wegen Verletzung und Krankheit. Veränderungen gab es auch im Trainerstab: Peter Zeidler unterschrieb einen Vertrag bis zum Sommer 2010 als neuer Co-Trainer von Rangnick. Der 45-jährige Fußballlehrer war Anfang November beim Regionalligisten Stuttgarter Kickers entlassen worden. Der bisherige Assistent Achim Sarstedt soll seine Achillessehnen-Verletzung auskurieren. «Danach werden wir die Aufgaben neu verteilen», sagte Schindelmeiser. Es ist jedoch nicht sehr wahrscheinlich, dass Sarstedt, der zuvor 16 Jahre bei Volker Finke in Freiburg gearbeitet hat und erst im Sommer in den Kraichgau gewechselt war, an die Seite von Rangnick zurückkehrt.

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