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Vermisster Hund in Haltern

Hundestaffel hilft Familie aus Nordkirchen bei Suche nach entlaufenem Hund

Nordkirchen/Haltern 28 Stunden lang musste Familie Otto aus Nordkirchen um ihren entlaufenen Hund Tomi bangen. Der war am Hullerner Stausee in Haltern verschwunden. Dann griffen die Profis einer Suchhundestaffel in die Suche ein.

Hundestaffel hilft Familie aus Nordkirchen bei Suche nach entlaufenem Hund

28 Stunden lang haben Karolin (l.), Beate und Frank Otto nach ihrem vermissten Hund Tomi gesucht. Foto: Karim Laouari

Tomi geht es gut. Der neunjährige Mischlingsrüde liegt bei Familie Otto unter dem Esstisch und schnauft zufrieden. Vor genau einer Woche war die Lage für Tomi und seine Familie eine andere. Am 13. März mussten seine Besitzer 28 Stunden um ihren Hund bangen. Gemeinsam mit Besitzer Frank Otto war der schwarz-weiß-braun gescheckte Rüde zwischen Hullerner Stausee und dem Naturschutzgebiet Borkenberge in Haltern am See spazieren. Tomi lief an der Schleppleine. „Er läuft grundsätzlich an der Leine“, sagt Beate Otto. Eine Sicherheitsmaßnahme, weil Tomi schnell und konsequent Fährten nachgehe. Ein Instinkt, der ihm vergangene Woche zum Verhängnis wurde.

Plötzlich riss die Leine


Von einer Sekunde auf die andere zog es den Rüden runter vom Weg und rein ins Unterholz. Die Schleppleine gab nach und riss – und Tomi war plötzlich verschwunden. Das war gegen 15 Uhr, erinnert sich Beate Otto. Was danach folgte, macht die Familie aus Nordkirchen immer noch sprachlos, im positiven Sinn.

Als Erste eilt Tochter Karolin mit einer Freundin und zwei Nachbarn zu ihrem Vater, um den Hund zu suchen. Das Problem: „Das Unterholz ist so dicht, dass man kaum durchgucken kann“, erklärt Frank Otto. Alleine kommt die Gruppe nicht weit. Doch nach und nach werden Spaziergänger aus Haltern auf die Nordkirchener aufmerksam und bieten spontan Hilfe an. Beate Otto ruft den Revierförster an, um auf das vermisste Haustier aufmerksam zu machen und zu verhindern, dass Tomi für einen wildernden Hund gehalten und erschossen wird. Bis in die Nacht sucht die Familie, unterstützt von vielen Freiwilligen nach Tomi. Ohne Erfolg. Um 23 Uhr müssen sie die Suche vorerst abbrechen. Die 28-jährige Karolin Otto kann sich nur widerwillig dazu durchringen, ihren Hund alleine im Wald zurückzulassen.

Hundestaffel hilft Familie aus Nordkirchen bei Suche nach entlaufenem Hund

Tomi war allein im Wald verschollen. Foto: Foto: Karim Laouari

Die Angst ist berechtigt. In dem Gebiet leben Wildschweine, erfährt der Familienvater. Am nächsten Tag um 5 Uhr morgens geht die Suche weiter. Das Internet und Whatsapp-Gruppen erweisen sich als mächtige Werkzeuge für die Familie. Über beide Medien bekommen sie Kontakt zur Suchhundestaffel der Hundeschule Münsterland in Senden. Innerhalb von wenigen Stunden greifen die Helfer rund um Hundetrainer Florian Symanzig in die Suche ein: knapp 20 Männer und Frauen mit insgesamt 23 Hunden. Die Truppe unterstützt normalerweise die Polizei bei Sucheinsätzen nach vermissten Menschen. Für Staffelführer Florian Symanzig und sein Team war die Suche nach einem vermissten Hund nichts Ungewöhnliches. „Dieses Jahr hatten wir schon 15 solcher Einsätze“, sagt er auf Anfrage dieser Zeitung. Auf insgesamt 45 freiwillige Suchhundeführer kann er zugreifen. Es ist die größte private Suchhundestaffel in Deutschland.

Hoffnung nach 27 Stunden fast bei null


Doch auch die Profis können keine Wunder vollbringen und nach 27 Stunden ist die Hoffnung von Beate Otto beinahe erloschen: „Ich habe gedacht, dass zu viel Zeit vergangen ist, um ihn noch zu finden“, sagt sie. Weitere 60 quälend lange Minuten dauert es, bis die Gruppe im Wald, etwa einen Kilometer nördlich der Stelle, wo Tomi verschwunden war, ein Jaulen aus dem Wald hörte. Karolin Otto eilt zu der Stelle und erkennt sofort, dass es ihr Hund sein muss. Sie vermutet, dass Tomi ursprünglich noch weiter weg gewesen sein muss und auf das Durcheinander von Menschenstimmen und Hundegebell aufmerksam geworden sein muss.

Hundestaffel hilft Familie aus Nordkirchen bei Suche nach entlaufenem Hund

Nach der Rettung gab es für Tomi nur noch eine Richtung: schnell zum Auto und in Sicherheit. Foto: Otto

28 Stunden nachdem sich Tomi losgerissen hatte, findet ihn Karolin Otto. Seine Leine hat sich um einen Baum gewickelt. Tomi ist völlig erschöpft und kann sich beim Anblick seines Frauchens selbst befreien. Neben der Freude bei den Nordkirchenern über das Happy End sind sie immer noch beeindruckt davon, wie viele Menschen ihnen spontan geholfen haben. Denen will Familie Otto jetzt Danke sagen. Zum Teil per Post, zum anderen Teil mit einer kleinen Grillfeier. Dann kann sich auch Tomi persönlich bei seinen Rettern bedanken.

Hundestaffel hilft Familie aus Nordkirchen bei Suche nach entlaufenem Hund

Tomi und seine Retter. Familie Otto ist immer noch überwältigt von der Hilfsbereitschaft, die ihnen völlig Fremde entgegengebracht haben. Foto: Otto

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