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Hydros, Hasch, Hortensien

NORDKIRCHEN Vorne an der Straße Berger wachsen ruhig und friedlich die Hydrokulturen der Firma Gregg im Schaufenster. Ein einladendes Bild. Doch weiter hinten in den großen Gewächshäusern der ehemaligen Gärtnerei sieht es leer aus. Doch der Schein trügt.

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Hydros, Hasch, Hortensien

Auch Petunien werden wieder in den Gewächshäusern blühen.

Demnächst läuft die Produktion blühender Pflanzen dort wieder in großem Stil an. Die gläsernen Hallen haben ein bewegtes Leben hinter sich. So meldete die Firma Hygreno dort im Jahr 2001 Insolvenz an. Die Immobilie stand leer. 

2002 gründete sich an gleicher Stelle die Firma Happy Green. Schon ein Jahr später räumte das Unternehmen bei der internationalen Gartenbauausstellung in Rostock für seine Palmen und Fici in Hydrokultur Preise ab: sechs Gold- und zwei Silbermedaillen. Doch kurze Zeit später war es auch mit diesen Hydrokulturen schon wieder vorbei.

Marihuana im Wert von neun Millionen Euro

Erneut kehrte Ruhe in die Hallen ein. So schien es zumindest. Doch dann ließ die Polizei im Juli 2005 eine Bombe platzen, die weit über Nordkirchen hinaus für Aufsehen sorgte: Zwei Polen und ein Holländer hatten in den Gewächshäusern auf 2000 Quadratmetern zwei Tonnen Marihuana im Wert von neun Millionen Euro angebaut. Bei der Razzia stellte die Polizei mehr als 25000 Pflanzen sicher. Beim Prozess vor dem Landgericht wurden die "Gärtner" zu mehreren Jahren Haft verurteilt.

Dann kehrte wieder Ruhe ein. Doch damit war es im Herbst 2006 vorbei. Nun folgte den Grünpflanzen der Hydro- und Cannabis-Produzenten prächtige blühende Blumen. Und die Zahlen wurden noch spektakulärer. Mehrere Hundertausend Geranien, Fuchsien oder Verbenen zog die Gärtnerei Bruns dort in Hängeampeln. Sie hatte das acht Hektar große Gelände mit einer Gewächshausfläche von 55 000 Quadratmetern von Happy Green gemietet.

Bewässerung und Kraftwerk für blühende Blumen

Und das ist immer noch Stand der Dinge. Von außen sehen die Hallen momentan zwar verlassen aus. Alles ist verschlossen. Doch das ist im Winter normal, wie Gärtnermeister Ralf Harnisch von der Firma Bruns erklärt. Erst im Frühjahr fange man wieder mit der Produktion an.

Die Zeit bis dahin nutze man sogar für wichtige Investitionen: "Wir bauen eine neue Bewässerungsanlage und ein Blockheizkraftwerk auf Pflanzenölbasis." Diesmal scheint der Betrieb also für längere Zeit gut zu laufen. Und zwar auf ganz legalem Wege.

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