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IAAF droht: EM in Berlin ganz ohne russische Leichtathleten

Birmingham. Die IAAF hält den Kollektiv-Bann gegen Russland aufrecht, weil das Anti-Doping-System immer noch nicht die Anforderungen erfüllt. Möglicherweise gibt es für die Europameisterschaften nicht einmal mehr Ausnahmeregelungen für einzelne russische Athleten.

IAAF droht: EM in Berlin ganz ohne russische Leichtathleten

Leiter der IAAF-Taskforce: Rune Andersen. Foto: Lisi Niesner

Die russischen Leichtathleten bleiben weiterhin bis auf wenige Ausnahmen von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen.

Dies hat das Council des Leichtathletik-Weltverbandes auf seiner Sitzung in Birmingham einstimmig beschlossen. Das Land habe nicht genügend Fortschritte gemacht, um die Anforderungen der Internationalen Anti-Doping-Agentur WADA zu erfüllen.

Wenn dies weiter nicht geschehe, dann müsse man bei der nächsten Council-Sitzung im Juli „über weitere Maßnahmen diskutieren“, sagte Rune Andersen, Vorsitzender der IAAF-Russland-Task Force. Im Gespräch ist sogar ein Bann für alle russischen Athleten. IAAF-Präsident Sebastian Coe sprach von einer „ultimativen Strafe, dem Ausschluss“.

„Wir wollen die Situation geklärt haben. Wir wollen diese Athleten zurück haben. Aber die Welt muss wissen, dass die Sportler in einem System von festen Überzeugungen und Vertrauen agieren“, sagte der englische IAAF-Präsident Coe. Andersen hatte bereits bei der vorangegangenen gleichen Entscheidung im Dezember erklärt: „Noch haben sie kein Anti-Doping-System, dem wir vertrauen können.“

Im August finden in Berlin die Europameisterschaften statt - möglicherweise ohne die Teilnehmer der einst führenden Leichtathletik-Nation des Kontinents. Wegen des Doping-Skandals sind die russischen Leichtathleten seit November 2015 von den Wettbewerben ausgeschlossen - also auch von den Olympiaschen Spielen 2016 in Rio de Janeiro und von den Weltmeisterschaften 2017 in London.

In Rio durfte lediglich die in den USA lebende Weitspringerin Darija Klischina teilnehmen. Bei der WM waren 19 Russen zugelassen, die sich einem unabhängigen Kontrollsystem unterworfen hatten und als „neutrale Athleten“ an den Start gingen und sechs Medaillen gewannen. Hochspringerin Marija Lasizkene wurde damals Weltmeisterin.

Im Januar hatten 18 russische Leichtathleten die Genehmigung erhalten, als neutrale Athleten in diesem Jahr an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Insgesamt haben 80 Russen ihr Startrecht für 2018 beantragt. Die Zulassungskommission hat zunächst die Anträge von Sportlern bevorzugt behandelt, die in der abgelaufenen Hallen-Saison starten wollten. Darunter waren auch die Hochsprung-Asse Maria Lassizkene und und Danil Lisenko, die beide bei der Hallen-WM am vergangenen Wochenende in Birmingham Gold gewannen. Coe hält es für möglich, dass es bald auch solche Ausnahmen nicht mehr geben wird. Er mahnte „dramatische Fortschritte“ im Anti-Doping-Kampf in Russland an.

Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang durften russische Athleten zuletzt nur unter neutraler Flagge antreten, bei Siegerehrungen wurde ihre Hymne nicht gespielt. Das IOC hob den Bann für das Russische Olympische Komitee aber wenige Tage nach Abschluss der Spiele in Südkorea auf, obwohl es zwei Dopingfälle bei den „Olympischen Athleten aus Russland“ gegeben hatte. Bei den am Freitag beginnenden Paralympics starten russische Behindertensportler ebenfalls ohne eigene Flagge.

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