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Immobilien sind nur ein Baustein in der Vorsorge

Berlin/München (dpa/gms) - Wer im Rentenalter keine Miete bezahlen muss, kann eine Menge sparen. Deshalb hat Wohneigentum als Baustein in der privaten Altersvorsorge einen hohen Stellenwert.

Aber wer als Häuslebauer im Alter wirklich ausgesorgt haben will, braucht nicht nur ein Dach über dem Kopf - denn das allein reicht nicht aus. Um im Alter gut dazustehen, muss eine private Geldrente hinzukommen. Das müssen Sparer bei der Vorsorgeplanung berücksichtigen.

«Der finanzielle Vorteil durch die eigenen vier Wände ist im Alter erheblich», sagt Stefan Jokl vom Bundesverband der Privaten Bausparkassen in Berlin. Durchschnittlich 530 Euro Miete lassen sich schon nach heutiger Datenlage sparen, hat das Statistische Bundesamt für den Verband errechnet. «Das ist ein Drittel der Netto-Einnahmen eines Rentnerhaushalts.»

Zudem ist die Mietersparnis frei von Sozialabgaben und Steuern. Zwar könne auch eine Immobilie an Wert verlieren - ebenso wie Aktien oder Fonds, gibt Jokl zu. «Ein Rentner würde dann aber immer noch mietfrei wohnen.» Diese Argumente kommen offenbar an: Fast ein Fünftel der Deutschen will in den kommenden Jahren ein Haus oder eine Wohnung kaufen, um sie selbst zu nutzen oder zu vermieten. Zu diesem Ergebnis kommt die Altersvorsorge-Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht, sagt Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern in München: «Viele Berechnungen zeigen, dass auch die meisten Immobilienbesitzer eine private Geldrente zusätzlich zur gesetzlichen Rente benötigen», sagt Larisch. Je höher die eingesparte Miete ausfällt, desto besser stehe ein Rentner am Ende zwar da. Doch ohne zusätzliche Vorsorge lasse sich der eigene Lebensstandard auch im Eigenheim nicht halten.

Ob die Rechnung überhaupt aufgeht, hängt zudem entscheidend von den eigenen Zukunftsaussichten und Lebensumständen ab: «Was passiert zum Beispiel bei einem Wechsel des Arbeitsortes?», ist eine der Fragen, die Larisch aufwirft. Auch eine Scheidung könne die Kalkulation in Frage stellen. Ein weiterer zentraler Punkt ist der Wert des Eigenheims. Seine Entwicklung hängt von der Lage der Immobilie ab.

Wer herausfinden will, ob er sich ein Eigenheim zur Altersvorsorge überhaupt leisten kann, sollte einen Kassensturz machen: Wie viel Geld wird für die Immobilienfinanzierung benötigt, wie viel für die zusätzliche private Rente? Bleibt genug übrig für Rücklagen zur künftigen Modernisierung und Renovierung? Und wie wird die Immobilie finanziert? Ein mögliches Ausschlusskriterium ist das Eigenkapital. «25 Prozent sind das Minimum. Wer das nicht hat, kann sich eine Immobilie nicht leisten», warnt Larisch.

Neben aller Rechnerei gilt für Vorsorgesparer aber auch noch etwas anderes: Eine Immobilie hat ideelle Werte, sagt Heide Popp vom Verein Wohnen im Eigentum in Bonn. «Viele entscheiden sich dafür, weil es für sie Lebensqualität, Sicherheit und Unabhängigkeit bedeutet.» Der Bau oder Kauf eines Hauses habe eine sehr starke emotionale Komponente: «Das hat nur begrenzt etwas mit Altersvorsorge zu tun.»

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