Inhaftierter Schubser soll Kölner Rechtsanwalt sein

Polizist vor Straßenbahn gestoßen

Nach dem Tod eines Polizisten an einer Straßenbahnhaltestelle in Köln ist Haftbefehl wegen fahrlässiger Tötung gegen einen 44-Jährigen erlassen worden. Bei dem Verdächtigen soll es sich laut einem Bericht um einen Rechtsanwalt aus Köln handeln.

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Köln

, 12.02.2018, 17:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ministerpräsident Armin Laschet besucht den Tatort, wo am Freitag ein Polizist vor eine Straßenbahn bei der Haltestelle Chlodwigplatz geschubst wurde. Die Blumen und Kerzen liegen als Andenken an der Stelle.

Ministerpräsident Armin Laschet besucht den Tatort, wo am Freitag ein Polizist vor eine Straßenbahn bei der Haltestelle Chlodwigplatz geschubst wurde. Die Blumen und Kerzen liegen als Andenken an der Stelle. © dpa

Bilder einer Überwachungskamera sollen zeigen, dass der Polizist offenbar zwischen Straßenbahnwaggons gestoßen und dann überrollt wurde. Der Inhaftierte schwieg zunächst zu dem Vorfall.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor Untersuchungshaft wegen Totschlags beantragt. Warum der Richter den Haftbefehl änderte, dazu machte die Polizei keine weiteren Angaben. Ein Sprecher verwies auf die Staatsanwaltschaft, die aber zunächst nicht zu erreichen war.

Der Straßenbahnfahrer hatte den Polizisten zwischen den Waggons nicht bemerkt, die Bahn überrollte den jungen Mann. Der 44-Jährige soll zunächst in der Menschenmenge untergetaucht sein. Später habe er sich vor Ort bei der Polizei als Zeuge gemeldet. Im Zuge der Ermittlungen war der Deutsche dann selbst ins Visier geraten.

Nach „Express“-Informationen soll es sich bei dem Inhaftierten um einen Kölner Rechtsanwalt handeln. Der Polizei lag dazu nach eigenen Angaben keine Bestätigung vor.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besuchte am Montag mit Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) die Haltestelle, an der Blumen und Kerzen niedergelegt wurden. „Auch an den Karnevalstagen können pure Freude und tiefes Leid eng beieinander liegen“, sagte der Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur. „Das zeigt uns auch dieses traurige Schicksal.“

Der Vorfall ruft eine Reihe ähnlicher Fälle in Erinnerung. Im Sommer vergangenen Jahres hatte ein „U-Bahn-Schubser“ in Köln Angst und Schrecken verbreitet. Es soll sich um einen 26 Jahre alten Obdachlosen handeln, der vier Frauen angegriffen haben soll. Bei einem anderen Fall Anfang 2016 wurde eine junge Frau an einer Berliner U-Bahn-Station vor einen einfahrenden Zug gestoßen und überrollt.


dpa