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Innenminister: Rizin-Bombenbauer war wohl ein Alleingänger

Der mutmaßliche Kölner Rizin-Bombenbauer hat nach bisherigen Ermittlungen auf eigene Faust gehandelt. „Er fiel nicht in Moscheen oder entsprechenden Vereinen der salafistischen Szene auf“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul der „Rheinischen Post“ (Freitag). „Er ist auch noch gar nicht so lange in Deutschland gewesen.“ Es spreche viel dafür, dass er allein gehandelt hat.

Köln

29.06.2018
Innenminister: Rizin-Bombenbauer war wohl ein Alleingänger

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, steht im Landtag. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

In der Wohnung des in Köln festgenommenen Sief Allah H. war Mitte Juni hochgiftiges Rizin gefunden worden, außerdem wurden Utensilien für einen Sprengsatz entdeckt. „Der Mann war fertig mit seinen Vorbereitungen“, sagte Reul. „Es hätte der größte Anschlag in Europa werden können, im schlimmsten Fall mit Tausenden Todesopfern.“

Experten haben bereits eine Meldepflicht für Ausgangsstoffe zur Giftherstellung gefordert. Auch Reul sagte, die Warnlisten müssten erweitert werden. „Es reicht nicht, wenn da nur Explosivstoffe drinstehen.“ Im Internet könnten die verwendeten Rizinussamen problemlos bestellt werden. „Wir brauchen auch eine Art Frühwarnsystem. Wir müssen dafür sorgen, dass Händler aufgeklärt werden. Sie müssen sich bei den Behörden melden, wenn bestimmte Stoffe in auffälliger Menge bei ihnen bestellt werden.“

Zuvor hatte unter anderem bereits der Direktor des Instituts für Toxikologie der Universitätsmedizin Mainz, Thomas Hofmann, ein Melderegister für potenziell hochgiftige Substanzen gefordert. Eine Expertenkommission solle alle schwer toxischen Stoffe und Pflanzen auf eine Liste setzen und für diese eine Regulierung festlegen.

Der Islamist hatte in seiner Hochhauswohnung wochenlang aus online bestellten Rizinussamen das tödlich wirkende Rizin hergestellt, einen potenziellen biologischen Kampfstoff. Nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden plante der Tunesier einen Anschlag mit einer Biobombe.