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Pro und Contra

Ist die Fußball-Bundesliga schwächer geworden?

DORTMUND Leipzig und Dortmund scheitern in der Gruppenphase der Champions League, die drei deutschen Starter in der Europa League müssen ebenfalls die Koffer packen. Der FC Bayern zieht trotz sportlichen Stotterstarts davon. Wir diskutieren:Ist die Fußball-Bundesliga schwächer geworden?

Ist die Fußball-Bundesliga schwächer geworden?

Noch Überflieger oder mittlerweile eher Schmerzverursacher? Ist die Bundesliga schwächer geworden? Foto: dpa

PRO: Die Angst vor Rasgrad (Von Sascha Klaverkamp)

Wenn sich der Tabellenelfte nach der Hälfte der Saison noch Hoffnungen darauf machen kann, es in die Champions League zu schaffen, dann läuft was gewaltig schief im deutschen Fußball-Oberhaus.

Die Grenzen aufgezeigt

Die Liga-Bosse werden sich jetzt zwar hinstellen und von der schönen Spannung schwärmen. Davon, dass die Fans elektrisiert seien von überraschenden Ergebnissen und vielen tollen Toren. Okay, Applaus dafür. Aber gucken wir mal nüchtern auf die Qualität: Was servieren uns denn die Profikicker da Woche für Woche?

Den müden und recht ideenlosen Bayern genügt oft ein Törchen, um es siegreich über die 90 Minuten zu schaffen. Dortmund und Leipzig wurden die Grenzen in der Königsklasse sogar von zweitklassigen Klubs wie Nikosia und Besiktas aufgezeigt. Und vor Teams wie Rasgrad, Östersund und Braga fürchten sich unsere Europa-League-Starter doch heute immer noch.

30 Punkte reichen für die Herbstmeisterschaft

Schalke schießt gerade mal anderthalb Tore pro Partie und springt damit auf Tabellenplatz zwei. 30 Punkte reichen für die Vize-Herbstmeisterschaft- das spricht Bände. Ja, die Liga ist schwächer geworden.

Kein Team außer den Bayern ist wirklich konstant auf gutem, auf erfolgreichem Niveau unterwegs, es gibt zudem auffällig viele Spiele, in denen ein gruseliger Fußball geboten wird. Patzer, Fehlpässe, eklatante Chancenverwertung. Keine Frage, das Premium-Produkt Bundesliga hat an Glanz verloren.


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Ist die Fußball-Bundesliga schwächer geworden?

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KONTRA: Die Qualität ist da (Von Daniel Otto)

Es tut allen Bundesliga-Kritikern ganz gut, sich mal zu vergegenwärtigen, was für einen Sprung nach vorne die Bundesliga in den letzten zehn Jahren gemacht hat. Aus den Leistungszentren kommen jährlich neue Talente nach, viele Teams beherrschen mehrere Systeme, die Taktik spielt in den meisten Duellen eine wichtigere Rolle als der Sponsorenpool. Die Qualität ist da- sie muss nur regelmäßig auf den Platz gebracht werden. Und das gelingt- noch- zu wenigen Teams in dieser Liga regelmäßig.

Lernprozess ist im Gange

Dazu kommen in diesem Jahr die Kölner, die dieses breite Mittelfeld überhaupt erst möglich gemacht haben. Nur vier Teams haben gegen den FC weniger als drei Punkte geholt, alle anderen haben sich an dem sportlichen Kadaver bedient.

Aber der Lernprozess in der Liga ist im Gange, auch vermeintlich kleine Teams wie Augsburg können mit taktischen Mitteln oben reinstoßen, zudem konnten Leipzig, Hoffenheim, Köln und Hertha erstmals oder erstmals seit Langem internationale Erfahrungen sammeln. Sie werden in Zukunft- Köln mit Abstrichen- davon zehren. Der BVB ist nicht so schlecht, wie er sich international präsentierte. Schalke bedient sich endlich am vorhandenen Potenzial, auch Leverkusen und Mönchengladbach haben Qualität im Kader.

Übertriebene Kritik

Schwäche wird definiert als ein „Mangel an Können und Begabung“. Der Bundesliga dies absprechen zu wollen, wird ihr nicht gerecht.

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