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Jobcenter „in der Erfolgsspur“

DÜSSELDORF Gut zweieinhalb Jahre nach Zusammenführung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld zum 1. Januar 2005 (Hartz IV) sehen sich die NRW-Jobcenter „in der Erfolgsspur“. „Wir haben das erfolgreichste Halbjahr hinter uns“, zog Johannes Pfeiffer von der Regionaldirektion NRW gestern in Düsseldorf Zwischenbilanz.

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Mit 116 000 Menschen seien 17,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum in eine Erwerbstätigkeit vermittelt worden. Die Reform sei „mutig, richtig und wichtig“ gewesen. Sinkende Quoten auch bei den Langzeitarbeitslosen belegten, dass die Reformen wirkten. Dortmunder Projekt Der negativ besetzte Begriff Hartz IV treibe nicht Leute in die Armut, sondern verhindere sie, sagte Pfeiffer. Insgesamt sicherten die Jobcenter im ersten Halbjahr 2007 rund 1,5 Millionen Menschen mit 3,45 Milliarden Euro den Lebensunterhalt. Auch Frank Neukirchen-Füsers, Chef der ARGE Dortmund, zog ein positives Fazit: Das Sozialgesetzbuch II lasse lokale Kreativität und Flexibilität zu, die „in der Form früher nicht möglich gewesen wäre“. Als beispielhaft schilderte Neukirchen-Füsers das Dortmunder Projekt Dogela, mit dem dem seit Oktober 2006 über 500 Personen mit, wie es heißt, „deutlichen Vermittlungshemmnissen“ in Arbeit gebracht worden seien. Mehr „Aufstocker“ Dahinter verbergen sich ungelernte Arbeitslose, die zwei Jahre ohne Arbeit sind, oder junge Langzeitarbeitslose mit schwierigem Hintergrund (Überschuldung, Alkohol- und Suchtprobleme, Vorstrafen). Arbeitgeber werden über zwei Jahre mit insgesamt 18 000 Euro bezuschusst. Das Modell soll von Oktober an vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrates auch in das Sozialgesetzbuch II aufgenommen werden und bundesweit in Kraft treten. Nach Angaben der Agentur ist der Anteil der so genannten Aufstocker, also Menschen, die in regulären Jobs so wenig verdienen, dass sie zusätzlich Anspruch auf ALG II haben, inzwischen auf 21,7 Prozent gestiegen. Allerdings wies Peter Lorch von der ARGE Düsseldorf darauf hin, dass Langzeitarbeitslose häufig nicht in einen auskömmlichen Job vermittelt, sondern zunächst zu „Aufstockern“ würden.

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