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Judo: Erfolgsserie nach 20 Jahren

CASTROP-RAUXEL Sieg beim Turnier im belgischen Neerpelt, erster Platz bei den offenen Deutschen Einzelmeisterschaften, Bronze bei den Ü30-Europameisterschaften - nur ein Auszug aus der Erfolgs-Bilanz der Castrop-Rauxeler Judoka Nina Koch, die 2007 das bislang erfolgreichste Jahr ihrer sportlichen Laufbahn feiert. Ein Portrait.

von Von Jörg Laumann

, 06.12.2007

Dabei ist die 31-Jährige alles andere als ein Neuling in ihrem Sport. Bereits seit 20 Jahren engagiert sich Nina Koch sportlich für die Judoka Rauxel, seit 14 Jahren geht sie für den DSC Wanne-Eickel im Liga-Betrieb an den Start.

Der Judosport wurde ihr dabei praktisch in die Wiege gelegt. Kochs Eltern sind seit vielen Jahren bei den Judoka Rauxel aktiv: Mutter Renate Marzinzik bekleidet den Posten der Geschäftsführerin, Vater Dieter Marzinzik ist Kassen- und Sozialwart.

Sportlicher Höhenflug dank Familie

Auch bei der Gründung einer eigenen Familie spielte für Nina Koch der Judosport eine wichtige Rolle. Ihren Ehemann Heinz-Jürgen, mit dem sie seit acht Jahren verheiratet ist, lernte sie als Trainer beim Judo kennen. Mittlerweile hat das Paar zwei gemeinsame Töchter, Jana (3) und Hanna (1).

Die neue Rolle als Mutter sieht die Judoka auch als eine der Ursachen für ihren derzeitigen sportlichen Höhenflug.

"Ich bin freier im Kopf als früher und setze mich in den Wettkämpfen nicht mehr selbst unter Druck", sagt die Rauxelerin, die nach der Elternzeit wieder in ihren Beruf als Erzieherin zurückkehren möchte.

Ziel: 2. Bundesliga

Das Resultat der neu gewonnenen sportlichen Stärke liest sich im laufenden Jahr durchaus beeindruckend: Erste Plätze bei den internationalen Turnieren in Almelo (Niederlande) und Neerpelt (Belgien), Siege bei den offenen Deutschen Einzelmeisterschaften und den Bezirksmeisterschaften der Senioren Ü30, Platz zwei bei den Westdeutschen Meisterschaften und nicht zuletzt der dritte Platz bei den Ü30-Europameisterschaften Mitte November in Sindelfingen.

Auch der CDU-Stadtverband Castrop-Rauxel würdigte die Erfolgsbilanz von Nina Koch und kürte sie unlängst zur "Sportlerin des Jahres". Obwohl sie als Pressewartin, Jugendwartin und Trainerin stark bei ihrem Heimatverein Judoka Rauxel involviert ist, geht Nina Koch im Liga-Betrieb für den DSC Wanne-Eickel in der Regionalliga auf die Matte.

Zwischenzeitlich waren die Hernerinnen auch schon einmal in der 2. Bundesliga vertreten, wohin der Weg in der kommenden Saison auch wieder führen soll. "Unser Ziel ist der erste Platz in der Regionalliga und die Teilnahme an der Aufstiegsrunde", sagt Koch.

EM-Teilnahme mit 74 Jahren

Neben den Titelkämpfen mit der Mannschaft, die ab Mai wieder beginnen, liebäugelt die 31-Jährige auch mit einer Teilnahme an den Ü30-Weltmeisterschaften, die im Juni 2008 in Brüssel stattfinden.

An ein Ende der sportlichen Laufbahn verschwendet Nina Koch auch nach 20 aktiven Jahren keinen Gedanken. "So lange der Körper mitspielt und es Spaß macht, werde ich auf die Matte gehen", sagt sie. "Bei den Europameisterschaften hat eine 74-Jährige teilgenommen", fügt sie schmunzelnd hinzu, "das ist doch eine Perspektive."

Ob sie Judo als Mannschaftssport auch einmal im heimischen Verein betreiben kann, ist offen. Bislang fehlte es schlicht und ergreifend an ambitionierten Frauen, die in Castrop-Rauxel Judo treiben wollen. Möglicherweise ist hier eine Änderung in Sicht. "In unserer U17 gibt es zur Zeit einige vielversprechende Talente", sagt die Jugendwartin der Judoka Rauxel. "Wenn die dabei bleiben, wäre es schon eine schöne Sache, in ein paar Jahren in einer gemeinsamen Mannschaft mit ihnen zu kämpfen."

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