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Jürgen Boschella: An der Seitenlinie und auf Mallorca

CASTROP-RAUXEL Wenn der A-Ligist Victoria Habinghorst am 26. Dezember in die Hallenstadtmeisterschaft der Fußballer einsteigt, steht auch Jürgen Boschella wieder mit an der Seitenlinie. Seit fast 20 Jahren ist er Betreuer der ersten Mannschaft am Gänsebusch. Und auch sonst ist er für jeden Spaß zu haben. Ein Porträt.

von Von Jörg Laumann

, 13.12.2007
Jürgen Boschella: An der Seitenlinie und auf Mallorca

Jürgen Boschella ist fast ein halbes Jahrhundert mit dem Verein verbunden.

Die Verbindung zwischen dem heute 61-jährigen Boschella und der DJK Victoria dauert mittlerweile fast ein halbes Jahrhundert. 1958 kam der jugendliche Jürgen zum Habinghorster Fußballverein und hat ihn seitdem nicht mehr verlassen - mit einer einzigen erzwungenen Ausnahme. „Als ich ins entsprechende Alter kam, gab es bei der Victoria keine A-Juniorenmannschaft“, erinnert er sich. Für ein Jahr wechselte er seinerzeit zum VfB. Fast hätte der fußballerische Weg von Boschella sogar gänzlich zum Lokarivalen geführt. Nachdem der gebürtiger Rauxeler 1956 nach Habinghorst gezogen war, suchte er einen Verein zum Fußballspielen und wurde beim VfB vorstellig, dessen Juniorenmannschaften damals noch auf dem heutigen Victoria-Sportplatz am Gänsebusch trainierten. Dank Lehrer-Tipp zur Victoria„Dort wurden aber damals keine Kinder mehr neu aufgenommen“, berichtet Boschella. Von einem damaligen Lehrer bekamen Jürgen und seine Schulfreunde den Rat, es doch einmal bei der Victoria zu versuchen. Dort fand Boschella eine sportliche Heimat, in der er nicht nur als Spieler, sondern auch als Funktionär aktiv wurde. Nach dem Wehrdienst begann der gelernte Zentralheizungs- und Lüftungsbauer beim Habinghorster Club als Trainer mit dem Aufbau einer A-Juniorenmannschaft. Bis in die späten 70er Jahre spielte Boschella als Offensivakteur in der ersten Mannschaft der Victoria, ab 1978 übernahm er für zwei Jahre auch das Amt des Vorsitzenden des Gesamtvereins. Ab 1988 bekleidete er die Posten als Jugendleiter und als Betreuer der ersten Mannschaft. „Ich habe mich mit allen Trainern gut verstanden“ Während die Amtszeit als Chef der Jugendabteilung nach 13 Jahren endete, setzt Boschella seine Rolle als Betreuer bis heute fort. Klaus Prahl, Peter Macholl, Edwin Kuck, Andreas Maurer, Martin Eßmann und den unlängst zurückgetretenen Uwe Jasik hat er als Trainer erlebt, Erfolge wie den Wiederaufstieg in die Kreisliga A (2000) und den doppelten Stadtmeistertitel auf dem Feld und in der Halle (2001) mitgefeiert. „Ich habe mich mit allen Trainern gut verstanden“ sagt Boschella in der Rückschau. „Es waren alles unterschiedliche Typen, aber jeder auf seine Art absolut in Ordnung.“ Die Begeisterung für den Sport und den Fußball im Besonderen hat sich in der Familie Boschella über mittlerweile drei Generationen vererbt. Auch Jürgen Boschellas Frau Inge war Mitte der 70er Jahre im Frauen-Team der Victoria aktiv. Sohn Michael (38) spielt noch heute für den Heimatverein Victoria, sein zwei Jahre älterer Bruder Markus war dort ebenfalls Spieler, hat die Fußballschuhe aber mittlerweile an den Nagel gehängt. Tochter Claudia (34) war Korfballerin.

Zwei der Enkel setzen derzeit die fußballerische Tradition fort: Marvin (11) läuft für die D2-Junioren von Victoria Habinghorst auf, während Fabian (8) die Habinghorster unlängst in Richtung Arminia Ickern verlassen hat. „Darüber bin ich natürlich absolut sauer“, sagt Großvater Jürgen, lacht aber dabei.„...und ich als alter Mann muss da noch mit.“ Boschella selbst hat nach 37 Jahren bei Opel in Bochum mittlerweile seine berufliche Laufbahn beendet und ist in den Ruhestand eingetreten. Das gilt allerdings nicht für den sportlichen Bereich. „Die Zusammenarbeit mit Spielern und Trainern macht immer noch großen Spaß“, sagt er. Viele der derzeitigen Akteure der ersten Mannschaft kennt der 61-Jährige seit dem Kindesalter. Da liegt es nahe, dass er auch bei den Aktivitäten außerhalb des Platzes mit von der Partie ist. „Bei den Saisonabschlussfahrten ist heute zumeist Mallorca angesagt“, berichtet Boschella schmunzelnd, „und ich als alter Mann muss da noch mit.“ Sportlich wäre es für ihn ein Traum, die Victoria in der Bezirksliga spielen zu sehen. Realistisch ist dieses Ziel allerdings nicht, wie Jürgen Boschella einräumt: „Das wäre für uns finanziell wohl nicht tragbar.“

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