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Juristisches Tauziehen um Deutsches Derby 2016 geht weiter

Das juristische Tauziehen um das Deutsche Derby des Jahres 2016 geht nach einem am Donnerstag verkündeten Urteil des Landgerichts Köln in die nächste Runde. Die Zivilkammer des Gerichts unter Vorsitz von Richter Hans-Joachim Becks hat im Klageverfahren des in Hongkong lebenden Pferdebesitzers Horst Pudwill gegen den Galopper-Dachverband eine Entscheidung des verbandsgerichtlichen Renngerichts aus April 2017 unter formaljuristischen Erwägungen aufgehoben.

Köln

28.06.2018

Dort muss nun eine neue Entscheidung getroffen werden. Inhaltlich fällte das Landgericht keine Entscheidung, sondern wies die eingereichte Klage im Weiteren ab. Bereits bei der Verhandlung des Falles im Mai hatte das Landgericht die Verbandsautonomie gestärkt, dabei allerdings auf strikte Einhaltung formaljuristischer Regeln gedrängt.

Pudwill, Besitzer des damaligen Derby-Dritten Dschingis Secret, hatte darauf geklagt, dass die Erstplatzierten Isfahan und Savoir Vivre wegen zu häufigen Peitscheneinsatzes der Jockeys zu disqualifizieren seien. Dabei geht es Pudwill auch um entgangene Preisgelder. Das Renngericht des Verbandes hatte eine Disqualifikation stets verneint, das Obere Renngericht eine solche bejaht.

In der Folge war das Renngericht dieser Sichtweise indes nicht gefolgt und hatte ein Urteil der höheren Verbands-Instanz als „Nicht-Urteil“ bezeichnet, ohne selbst ein neues Urteil zu fällen. Bei zu häufigem Peitscheneinsatz sei nur der Jockey zu bestrafen, nicht aber ein Pferd zu disqualifizieren.

Der Derby-Fall 2016 hat bereits zu einer deutlichen Verschärfung der Regeln zum Einsatz der Peitsche geführt, die der Verband noch 2016 beschlossen hat. Darüber hinaus wurde in der Rennordnung explizit klargestellt, dass eine Disqualifikation wegen übertriebenen Einsatzes der Peitsche ausgeschlossen ist.