Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

KSC kämpft um Spielmacher Hajnal

Belek/Stuttgart (dpa) Der Karlsruher SC kämpft um Regisseur Tamas Hajnal und auch um seine komplette Hintermannschaft. Bundesliga-Rivale Borussia Dortmund hat KSC-Manager Rolf Dohmen bereits offiziell über Verhandlungen mit dem ungarischen Nationalspieler informiert.

Der Karlsruher SC kämpft um Regisseur Tamas Hajnal und auch um seine komplette Hintermannschaft. Bundesliga-Rivale Borussia Dortmund hat KSC-Manager Rolf Dohmen bereits offiziell über Verhandlungen mit dem ungarischen Nationalspieler informiert.

Der KSC hat dem nur 1,65 Meter großen Mittelfeldspieler seinerseits ein Vertragsangebot vorgelegt. «Ich sehe die Chancen nach wie vor 50 zu 50, dass er bleibt», sagte Dohmen im Trainingslager des Aufsteigers in Belek/Türkei. Dort steht beim Tabellensechsten neben dem Fitnessprogramm auch ein Verhandlungsmarathon an.

Mehr noch als die vier auslaufenden Verträge von Massimilian Porcello, Christian Eichner, Florian Dick und Torwart Jean-Francois Kornetzy beschäftigen die Badener die Kontrakte einiger Leistungsträger. Denn der Erfolg der «No-Name-Truppe» von Trainer Edmund Becker hat längst Begehrlichkeiten der Konkurrenz geweckt. In Hajnal, Mario Eggimann, Maik Franz und Schlussmann Markus Miller haben gleich vier Profis Ausstiegsklauseln und können den Verein im Sommer für Ablösesummen zwischen 800 000 bis 1,3 Million Euro vorzeitig verlassen. Zudem ist Andreas Görlitz nur bis zum Saisonende vom FC Bayern ausgeliehen.

Während bei Kapitän Eggimann, Miller und Franz die Chancen für eine Vertragserfüllung mittlerweile gut stehen, mehren sich in Belek die Anzeichen, dass der im Sommer vom 1. FC Kaiserslautern gekommene Hajnal dem Ruf des Geldes folgen wird. «Dass alle vier vorzeitig gehen, das wird uns nicht passieren», versicherte Dohmen.

Auch Becker will die Hoffnung auf einen Verbleib Hajnals nicht aufgeben. «Ich bin positiver Realist», sagte er. Alle, die glauben, ein Bundesligaprofi bliebe heutzutage allein des guten Mannschaftsklimas wegen, hält er für «hoffnungslose Romantiker». Vize-Präsident Rainer Schütterle sieht dennoch positive Signale von Hajnal und Co.: «Meine Stimmung ist jetzt am Ende des Trainingslagers besser als vorher», meinte der 41-Jährige. Die Personalie Hajnal (Vertrag bis 2009) sieht aber auch er kritisch: «Nach allem, was man von ihm und seinem Umfeld gehört hat, muss man damit rechnen, dass er gehen könnte.»

Hajnal selbst will den Spekulationen möglichst schnell ein Ende setzen, bittet aber um Verständnis für seine Situation: «Ich werde bald 27. Mein nächster Vertrag wird wahrscheinlich der wichtigste meiner Karriere werden.» Der Wirbelwind war von seinen Bundesliga- Kollegen in einer Umfrage des Sportmagazins «kicker» zum Aufsteiger der Hinrunde gewählt worden. Nach dem Aufstieg hatte der KSC bereits Zweitliga-Torschützenkönig Giovanni Federico an Dortmund abgeben müssen. Dohmen: «Früher waren wir der Ausbildungsverein für Bayern München. Jetzt sind wir es für Borussia Dortmund.»

Abwehrspieler Franz hat bereits zwei Gesprächsrunden mit der Vereinsführung hinter sich. Seine Wechselambitionen halten sich noch in Grenzen. «Für ein paar Tausend Euro mehr von hier weg zu gehen, das wird sich sicher jeder Spieler sehr gut überlegen. Aber natürlich reicht es eben auch nicht, nur zu sagen, du bist einer unserer Führungsspieler. Das muss sich irgendwo widerspiegeln», sagte er.

Torhüter Markus Miller hat unterdessen bei der 1:2 (0:1)-Niederlage des KSC gegen die SpVgg Greuther Fürth sein Comeback gegeben. Drei Monate nach seinem Kreuzbandriss spielte der 25-Jährige im Trainingslager im türkischen Belek erstmals wieder eine Halbzeit.

Vor 150 Zuschauern bot der KSC gegen den Zweitligisten eine schwache erste Spielhälfte. Die müde wirkenden Badener konnten das hohe Tempo der Franken zu keinem Zeitpunkt mitgehen und mussten den Rückstand durch ein Tor von Stefan Reisinger (27. Minute) hinnehmen. Nach der Pause wechselten beide Trainer jeweils nahezu die gesamte Mannschaft aus. Karlsruhe kam durch Spielmacher Tamas Hajnal besser in Schwung. Der 26-jährige Ungar verwandelte in der 70. Minute einen Handelfmeter zum 1:1. Cidimar erzielte durch einen umstrittenen Foulelfmeter den Siegtreffer für Greuther Fürth (85.).

Anzeige
Anzeige