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Kann mein Kumpel etwa isländisch?

Bundesliga-Trainerspiel

SCHWERTE Spieler kaufen, elf Mann auf den Rasen schicken und bei glücklichem Händchen Punkte sammeln - beim Bundesliga-Trainerspiel der Ruhr Nachrichten können Fußball-Begeisterte zeigen, ob sie wirklich Experten sind. Das will auch Thomas Redel aus Schwerte beweisen, der in unserer wöchentlichen Kolumne von seinem Dasein als Online-Trainer berichtet.

von Von Thomas Redel

, 22.04.2010

 0:7 – was für ein Debakel für Hannover 96 bei den Bayern. Darf man so auftreten, wenn man im Abstiegskampf steckt? Ein klares Nein! Da hätten sie sich die Zugfahrkarten für den ICE echt sparen können. Eine einfache Fahrt kostet übrigens ca. 120 Euro. Na ja, vielleicht hatten sie ein Gruppenticket. Fliegen konnten sie ja nicht, wegen des Vulkans Eyjafjallajökull. So hat sich das auch angehört, als mein Kumpel Freitag Nacht ein Taxi bestellt hat. Kann der etwa isländisch? Spaß beiseite, ich glaube, dass die 96er sich von dieser Klatsche nicht mehr erholen werden. Die nächste wartet am Samstag in Leverkusen.

Das Spiel kommentierte mein „Lieblingsreporter“ Marcel Reif – und er enttäuschte mich nicht. Wie gewohnt lobte er die Bayern in den Himmel. Foulspiele der Gegner waren brutal, überflüssig und müssen mit einer Karte bestraft werden. Foulspiele der Bayern dagegen sind taktisch clever und nicht so schlimm. Das geht mir so was von auf den Keks. Erfreulich dagegen (für mich jedenfalls) der Schalker Sieg gegen Gladbach. Sie haben jetzt 61 Punkte – noch drei Punkte bis zur sicheren Champions-League Teilnahme. Berlin, Bremen und Mainz sind die letzten Gegner. Und da ich weiter der Meinung bin, dass Werder keine Punkte mehr abgibt, kann das noch ganz schön eng werden. In Berlin und in Mainz wird es nicht einfach – frag´ nach beim BVB. Der hatte den Blick auf Platz drei gerichtet und mit Hoffenheim einen Gegner, der gefühlte 20 Spiele nicht mehr gewonnen hatte. Aber wie zuletzt so oft fehlte der letzte Kick oder ein wenig Cleverness. Und dann nach dem 1:0 wieder ein Verhalten, das nur schwer zu verstehen ist. Warum igelt man sich ein und versucht eine so dünne Führung zu verteidigen? Ich muss den Gegner beschäftigen und ihn von meinem Tor fern halten – schön schlaugeschwätzt, oder?

Das Tippspiel läuft für mich übrigens weiterhin katastrophal. Ich nenne jetzt mal meine Mannschaft mit den Punkten für den letzten Spieltag: Neuer 6, Friedrich 4, Höwedes 6, Boateng 4, Bastians 6, Holtby 5, Sahin 2, Frings 11, Ze Roberto 4, Kießling 9, Barrios 7. Macht zusammen schlappe 64 Punkte von möglichen 121 – ein Skandal, oder? Das ist doch eigentlich keine schlechte Mannschaft! Ich glaube, die spielen gegen den Trainer. In diesem Sinne: Nicht vergessen, am Samstag heißt es ab 14 Uhr in Geisecke „Ein Dorf spielt Fußball“. Vielleicht seh´n wir uns ja da. Und zum Schluss noch mein Spruch der Woche – von Lothar Matthäus: Es ist wichtig, dass man 90 Minuten mit voller Konzentration an das nächste Spiel denkt.

Thomas Redel ist ehemaliger Trainer der Zweitvertretung des Geisecker SV und Pressesprecher des Tennisclubs Rot-Weiß Schwerte, für den er auch bei den Herren 40 spielt. Redel nimmt am Bundesliga-Trainerspiel der Ruhr Nachrichten teil und schreibt in einer regelmäßigen Kolumne über den Stand der Dinge.