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Karmann-Betriebsrat: Ergebnisse der Klausurtagung erst am Montag

OSNABRÜCK/RHEINE Angesichts der Krise beim Autobauer Karmann haben die Betriebsräte am Freitag in Osnabrück über das weitere Vorgehen beraten. „Ergebnisse werden wir erst am Montag bekannt geben“, sagte der Vorsitzende des Karmann-Betriebsrats, Wolfram Smolinski, am Freitag.

Karmann-Betriebsrat: Ergebnisse der Klausurtagung erst am Montag

Das Archivbild aus den 50-er Jahren zeigt die Produktion des Karmann Ghias. Der Ghia brachte der Firma den Durchbruch.

Bereits am Donnerstag hatte die IG Metall verkündet, dass es das Ziel der Belegschaft sei, die Werke in Rheine und Osnabrück funktionsfähig zu halten. Nur so könne Karmann flexibel auf eventuell eintreffende Aufträge reagieren, hieß es.Karmann hatte am Montag bekannt gegeben, 1770 seiner 5000 Stellen in den beiden deutschen Werken Rheine und Osnabrück streichen zu müssen. Als Grund nannte der Sprecher der Karmann-Geschäftsführung akuten Auftragsmangel. Es sei seit fünf Jahren kein Auftrag der Automobilhersteller zum Bau von Komplettfahrzeugen mehr vergeben worden. Nach der Ankündigung hatten Belegschaftsvertreter nach politischer Hilfe gerufen.

Ministerpräsident Wulff will helfen

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte am Donnerstag seine Bereitschaft signailisiert, zwischen dem Osnabrücker Unternehmen und der Automobilindustrie zu vermitteln. Seit Monaten gebe es mit VW eine Vielzahl von Gesprächen auch unter seiner Beteiligung.

         Unterdessen gehen die geplanten Entlassungen nach Ansicht der Beratungsfirma Automobilberatung International Car Concept (ICC) nicht auf das Konto der Mitarbeiter. Versagt hätten vielmehr Management, Kontrollgremien und Betriebsräte, sagte ICC-Inhaber Uwe Röhrig am Freitag in Hannover. Trotz hoher Bezahlung seien die dort Tätigen ihrer Verantwortung in keiner Weise gerecht geworden.     Röhring, früherer Mercedes-Vertriebschef, fragte, ob denn wirklich nicht absehbar gewesen sei, dass die Hersteller, bedingt durch Absatz- und damit Auslastungsprobleme, ihre eigene Produktion mit diesen Nischenfahrzeugen wieder aufnähmen, die zuvor in die Fertigung von Karmann gegangen seien. Es habe offenbar keine entsprechenden Alternativstrategien gegeben. Es seien immer wieder die Mitarbeiter, die „wegen der Unfähigkeit anderer in den zweifelhaften Genuss der Freisetzung kommen“, sagte der Automobilexperte.

Kritik an Betriebsräten und Gewerkschaftsfunktionären

Kritik äußerte er auch an Betriebsräten und Gewerkschaftsfunktionären, die es oft an konstruktiver Kritik fehlen ließen. Karmann hatte zu Wochenbeginn angekündigt, wegen fehlender Aufträge 1770 Stellen in den Werken in Rheine (Nordrhein-Westfalen) und Osnabrück zu streichen. Die in Hannover ansässige ICC ist nach eigenen Angaben in der Automobilbranche spezialisiert auf die Optimierung von Absatz-, Ergebnis- und Vertriebsprozessen für den Handel.

  

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