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Porträt

Karstadt-Investor Berggruen ist Finanzier mit sozialem Gewissen

BERLIN Ein typischer Investor ist Nicolas Berggruen nicht: Der 50 Jahre alte Sohn des jüdischen Mäzens Heinz Berggruen trägt Dreitagebart und findet, Reiche wie er selbst sollten mehr Steuern zahlen. Selbstkritisch räumte er einmal in einem Interview ein, er habe "bisher nichts geleistet". Ein Porträt.

Karstadt-Investor Berggruen ist Finanzier mit sozialem Gewissen

Finanzinvestor Nicolas Berggruen hatte die insolvente Karstadt-Kette mit insgesamt 115 Häusern in Deutschland 2010 nach einer monatelangen Zitterpartie übernommen. Foto: Stephanie Pilick

Karstadt war nicht Berggruens erster Überraschungscoup: 2007 übernahm der Deutsch-Amerikaner ebenfalls ohne langen Vorlauf Teile des insolventen Möbelriesen Schieder mit 3500 Mitarbeitern. Mit dem Karstadt-Deal wurde er auf einmal zur öffentlichen Figur - was ihm nach eigenem Bekunden ganz und gar unangenehm ist. 1961 in Paris geboren, hatte sich Berggruen nach einem Finanzstudium in New York schon früh als privater Investor selbstständig gemacht. 1986 bündelte er seine Aktivitäten unter dem Namen Berggruen Holdings. Das Unternehmen investiert weltweit vor allem in Firmenbeteiligungen und Immobilien. Als Architekten für seine Projekte beauftragt der Kunstliebhaber gern Köpfe wie Norman Foster, Richard Meier und David Chipperfield.

Zu Berlin hat der Finanzmanager eine besondere Beziehung: Sein Vater, einer der bedeutendsten Kunstsammler des 20. Jahrhunderts, wurde hier geboren und musste 1936 vor den Nazis fliehen. Als eine „Geste der Versöhnung“ überließ Heinz Berggruen der Geburtsstadt später seine einzigartige Kunstsammlung für einen symbolischen Preis. Der Sohn, der selbst eine exquisite Werksammlung von Künstlern wie Andy Warhol, Damien Hirst und Jeff Koons hat, engagiert sich auch als Investor in der Hauptstadt. 2005 gründete er die Nicolas Berggruen Holdings im Stadtteil Kreuzberg, die in zahlreiche Immobilien in Berlin und Brandenburg investiert. Sein Vermögen will Berggruen eines Tages komplett in Projekte im Non-Profit-Bereich investieren.

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